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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Apotheker verbessern Krebstherapie


Beratung in der Apotheke erhöht Heilungschancen von Krebspatienten


Vom Apotheker gezielt betreute Krebspatienten halten ihre Therapie besser ein und haben dadurch bessere Heilungschancen. Das zeigt eine aktuelle Studie an der Universität Bonn, dem Johanniter-Krankenhauses und verschiedenen Arztpraxen. Fazit: Mit vergleichsweise geringem Aufwand steigern Apotheker auf diese Weise die Chancen im Kampf gegen die Krankheit.

Mehr Eigenverantwortung für Patienten

Die Behandlung von Krebs erfolgt zunehmend mit Tabletten, die die Patienten eigenverantwortlich zu Hause einnehmen müssen. Zahlreiche Arztbesuche bleiben ihnen so erspart. Für den Therapieerfolg ist es allerdings wichtig, dass die Betroffenen die Medikamente exakt nach Vorgabe des Arztes schlucken. Doch die Erfahrung zeigt, dass viele von ihnen damit Schwierigkeiten haben und vom vorgeschriebenen Therapieschema abweichen.

Dem kann der Apotheker, der die Patienten mit ihren Arzneimitteln versorgt, entgegen wirken, indem er sie gezielt unterstützt. Während ein Viertel der nicht betreuten Patienten ihre Tabletten an mehr als jedem fünften Tag nicht korrekt einnahm, traf dies auf keinen der betreuten Patienten zu.

Therapietreue durch Beratung

Nach der Entscheidung für eine Krebstherapie in Tablettenform informierte der Arzt den Patienten über die Möglichkeit einer zusätzlichen pharmazeutischen Betreuung. Ist der Patient daran interessiert, gibt ein Apotheker ihm Einnahmehinweise und berät ihn zur Therapie. Er erläutert ihm die Wirkungen der Medikamente und die Bedeutung der regelmäßigen Einnahme für den Behandlungserfolg.

Der Patient wird auch besser aufgeklärt, welche Nebenwirkungen bei seinen Medikamenten auftreten können, wie er sie frühzeitig erkennt und was dann zu tun ist. So lernt er beispielsweise, wie er sich bei typischen Nebenwirkungen wie Hautproblemen oder Durchfall selbst helfen kann und bei welchen Nebenwirkungen er unbedingt zum Arzt gehen muss. Die Studienteilnehmer konnten zudem ihren Apotheker bei Fragen jederzeit anrufen.

„Die betreuten Patienten hielten sich nicht nur besser an das Therapieschema des Arztes, sondern brachen die Behandlung auch seltener ab“, sagt Studienleiter Ulrich Jaehde. „Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur durch neue Medikamente bessere Erfolge in der Krebstherapie erzielt werden können, sondern auch durch eine intensivere Betreuung der Patienten.“


23.09.2010 | Von: Stefanie Grutsch