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Mehr Fehlzeiten am Arbeitsplatz
Fehlzeiten-Report 2009: Krankenstand gestiegen
Auch 2008 haben krankheitsbedingte Fehlzeiten zugenommen: Wie aus dem Fehlzeiten-Report 2009 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht, waren die 9,7 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmer durchschnittlich 17 Tage krankgeschrieben. 2007 war es knapp ein Tag weniger gewesen. Für die längeren Fehlzeiten sind Krankheiten des Atmungssystems und vor allem psychische Erkrankungen verantwortlich. Ihre Häufigkeit nimmt seit Jahren zu. Außerdem verursachen sie dem Report zufolge auch die längsten Ausfallzeiten. Aufgrund einer Atemwegserkrankung fehlt ein Arbeitnehmer im Schnitt 6,4 Tage, bei einer psychischen Erkrankung 22,5 Tage.
Große Unterschiede zwischen den Branchen
„Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Zahl der von psychischen Erkrankungen verursachten Arbeitsausfälle ist seit 1995 um 80 Prozent gestiegen“, sagt Helmut Schröder vom WIdO. Bei Frauen nehmen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen mit 11,1 Prozent bereits den dritten Rang ein, bei Männer sind es bislang 6,3 Prozent. Frauen litten am häufigsten unter depressiven Erkrankungen, während sich bei Männern verstärkt psychische Folgeprobleme des übermäßigen Alkohol- und Tabakkonsums zeigten. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen nimmt mit steigendem Alter zu. Der Blick auf einzelne Branchen zeigt zudem große Unterschiede: In der öffentlichen Verwaltung sowie im Dienstleistungsbereich entfielen jeweils 11,2 Prozent der Fälle von Arbeitsunfähigkeit auf psychische Erkrankungen. Bei Banken und Versicherungen sind es 10,6 Prozent, im Baugewerbe 5,2.
Angst um den Arbeitsplatz macht krank
Eine im Fehlzeiten-Report 2009 vorgestellte Studie unter knapp 2.000 Arbeitnehmern zeigt, dass Arbeitsplatzunsicherheit häufig mit einem höheren Arzneimittelverbrauch, vermehrtem Alkoholkonsum, aber auch mit weniger sozialen Kontakten verbunden ist. Auch seien mehr als 70 Prozent der Befragten 2008 krank zur Arbeit gegangen oder hätten zur Genesung das Wochenende abgewartet. Immerhin knapp 30 Prozent seien gegen den Rat des Arztes weiter zur Arbeit gegangen. Als Grund für die unterlassene Krankmeldung gaben 20 Prozent der Befragten an, dass sie Angst haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
„Vor dem Hintergrund auch dieser neuen Ergebnisse ist es wichtig, nicht nur die Belastungen im beruflichen Umfeld zu reduzieren, sondern auch die Ressourcen und den Umgang mit Stress bei jedem Einzelnen zu stärken“, sagt Schröder. Insbesondere bei Führungskräften spiele das eine bedeutende Rolle: Sie sind selbst oftmals großen Belastungen und Beanspruchungen ausgesetzt und tragen gleichzeitig die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter.



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