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Redaktion apotheken.de » Nieren und Harnwege

Schutz für transplantierte Nieren


Neue Therapie verlängert Lebensdauer der fremden Organe


Mediziner aus Deutschland und der Schweiz haben eine alternative Therapie für Patienten mit Nierentrans­plantation entwickelt. Mit dem Ziel, dass das neue Organ länger funktionsfähig bleibt.

Neue Niere nimmt schnell Schaden

Jede Transplantation birgt das Risiko, dass der Organismus das neue Organ als Fremdkörper betrachtet und abstößt. Um dies zu verhindern, nehmen Patienten mit transplantierten Nieren so genannte Immun­suppressiva ein. Dies sind starke Medikamente, die wichtige Eiweiße der Immunabwehr hemmen. So sorgen sie dafür, dass das eigene Immunsystem nicht die neue Niere angreift. Der bisher standardmäßig eingesetzte Wirkstoff Cyclosporin A minimiert zwar das Risiko einer solchen Abstoßung, schädigt aber auf Dauer die neue Niere. In der Folge sinkt die durchschnittliche Überlebenszeit der transplantierten Patienten.

Bessere Nierenfunktion dank alternativem Wirkstoff

Die Forscher suchten daher nach einer alternativen Behandlungsmethode, die das neue Organ besser schützt und gleichzeitig die Abstoßungsrate gering hält. In der ZEUS-Studie untersuchten sie, ob sich das Langzeitüberleben von Transplantierten erhöht, wenn sie frühzeitig auf nierenschonende Medikamente umgestellt werden. Dazu verglichen die Mediziner den Standardwirkstoff Cyclosporin A mit Everolimus – einem anderen Immunsuppressivum, das keine Nierenschäden verursacht.

In der Studie wechselte die eine Patientengruppe viereinhalb Monate nach der Transplantation von Cyclosporin A zu Everolimus. Die andere Gruppe blieb bei dem Standardmedikament. Nach zwölf Monaten zeigte sich, dass die Transplantate der Teilnehmer in der Everolimus-Gruppe besser funktionierten als die der Patienten, die weiter Cyclosporin A eingenommen hatten. Zudem erhöhte Everolimus die Abstoßungsrate im Vergleich zu Cyclosporin A nur leicht.

Für Klemens Budde, Professor an der Berliner Charité, ist dieses Ergebnis sehr ermutigend. Allerdings beweist die Studie noch nicht, dass Everolimus der Standardmedikation überlegen ist. Das müssen erst weitere Studien zeigen.


09.03.2011 | Von: Christine Stockert