Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Mai - 2012
»
SMDMDFS
 01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
2728
29
30
31
 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Redaktion apotheken.de » Neurologie
Weitere interessante Artikel

Migräne beschädigt Kleinhirn


Eine Migräne mit Aura hinterlässt Spuren im Gehirn


Frauen, die unter einer Migräne mit Aura leiden, haben im Alter häufiger Läsionen, also Schädigungen, im Kleinhirn. Das zeigte eine Studie die im Amerikanischen Ärzteblattes JAMA veröffentlicht wurde.

Vermehrt Frauen betroffen

Bei Migräne handelt es sich um starke anfallsartige Kopfschmerzen. Rund 10 Prozent aller Erwachsenen sind davon betroffen - Frauen häufiger als Männer. 10 bis 15 Prozent der Migränepatienten haben Aura-Symptome, bevor die Kopfschmerzen eintreten. Sie äußern sich durch Sehstörungen wie Lichtblitze oder Gesichtsfelddefekte.

Bisher herrschte bei Experten die Meinung vor, dass Migräne keine dauerhaften Schäden im Gehirn hinterlässt. Diese Einschätzung stellt nun eine Studie aus Reykjavik infrage, die seit über 25 Jahren Testpersonen beobachtet.  Sie war ursprünglich dafür konzipiert, die Ursachen für die hohe Herzinfarktrate in Island zu erklären. Inzwischen verwenden Forscher ihre Daten auch für andere Fragestellungen.

Bei der letzten Untersuchung der Studienteilnehmer zwischen 2002 und 2006 wurden 4.689 Frauen und Männer im Kernspin untersucht. Ann Scher, von der Uniformed Services University in Bethesda setze die dabei erhaltenen Daten mit den Angaben der mittlerweile 76 jährigen Studienteilnehmer zu ihren Kopfschmerzen, in Zusammenhang.

Aura ausschlaggebend

Dabei ergab sich, dass nur die Frauen, die regelmäßig unter Migräneattacken mit Aura litten, vermehrt kernspintomografisch sichtbare Läsionen im Kleinhirn hatten: 23 Prozent der Migränepatientinnen mit Aura waren betroffen. Bei den anderen Frauen wiesen nur 15 Prozent Läsionen auf. „Wir fanden heraus, dass Frauen in mittleren Jahren, die unter Migräne mit Aura leiden, ein doppelt so hohes Risiko für Läsionen im Kleinhirn haben,“ sagt Lenore Launer vom National Institut of Aging (NIA), das die Studie iniziierte.

Nun wird vermutet, dass die wiederholten Durchblutungsstörungen im Kleinhirn, zu denen es bei den Schmerzattacken kommt, die Ursache sind. Die Frage, warum sie nur bei Migräne mit Aura auftreten und warum Männer nicht betroffen sind, ist noch nicht geklärt. Sie wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein, wie die NIA mitteilt.


29.06.2009 | Von: Judith Kaiser