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Diagnosefinder
Migräne: Keine Gefahr fürs Denkorgan
Trotz Gefäßschäden arbeitet Gehirn normal
Es ist schon lange bekannt, dass Migräne Blutgefäße im Gehirn angreift. Viele Mediziner befürchteten daher auch bleibende Gedächtnisschäden. Nun geben französische Forscher Entwarnung: Das Gehirn funktioniert normal – trotz der Gefäßveränderungen.
Wenn der Anfall kommt
Schätzungen zufolge quält Migräne 10 bis 20 Prozent aller Erwachsenen. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Der Migräne-Kopfschmerz attackiert Betroffene schnell und heftig: Ihr Kopf pulsiert, ihnen wird übel und sie scheuen das Licht. Auch die Gehirngefäße bekommen den Anfall zu spüren – sie verändern sich, wie Aufnahmen mit dem Magnetresonanztomografen (MRT) zeigen. Solche Veränderungen treten auch bei älteren Menschen und Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes auf. Forscher wissen, dass diese Patienten ein erhöhtes Risiko für Gedächtnisstörungen haben, wenn sich Gefäßschäden in ihrem Gehirn anhäufen. Nun ging das Forscherteam um Christophe Tzourie erstmals der Frage nach, ob auch Migräne-Patienten dieser Gefahr ausgesetzt sind.
Gehirn bleibt fit
Dafür untersuchten sie zehn Jahre lang 800 Franzosen, die alle älter als 65 Jahre waren. Von ihnen litt ein Fünftel regelmäßig an starken Kopfschmerzen, drei Viertel berichteten von wiederkehrenden Migräne-Beschwerden, unter anderem von typischem halbseitigem Kopfschmerz. Die Forscher scannten nun die Gehirne der Studienteilnehmer mit dem MRT. Dabei zeigten die Bilder der Migräne-Patienten doppelt so viele Gefäßschäden wie die der Nicht-Migräne-Patienten. Auf die Gedächtnisleistung beider Gruppen hatte das jedoch keinen Einfluss. Alle Patienten schnitten in den Tests gleich gut ab – egal, ob sie übliche Kopfschmerzen oder Migräne hatten. Auch wenn diese Nachricht Menschen mit Migräne nicht von ihrem Leiden erlöst, so hat sie doch was Gutes: Bleibende Gehirnschäden brauchen sie nicht befürchten.
- Links:
- Die Migränestudie ist im "British Medical Journal" online erschienen.



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