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Diagnosefinder
Mimose oder hart im Nehmen?
Schmerzempfindlichkeit ist angeboren
Schmerzempfindliche Menschen gelten häufig als Sensibelchen oder Hypochonder. Forscher fanden nun heraus, dass es von den Genen abhängt, ob jemand mehr oder weniger schmerzempfindlich ist. Ihre Erkenntnisse helfen bei der Weiterentwicklung von Medikamenten für Schmerzpatienten.
Mit Nadel und Watte dem Schmerz auf der Spur
Forscher des Deutschen Forschungsverbunds Neuropathischer Schmerz untersuchten 370 Patienten, die unter Nervenschmerzen leiden. Deren Nervenfasern sind geschädigt oder entzündet. Ein Teil der Patienten reagiert deswegen überempfindlich auf Hitze, Kälte und Berührungen. Der andere Teil kann Hautreize nur vermindert wahrnehmen und hat mit Taubheitsgefühlen zu kämpfen.
Die Wissenschaftler testeten mit unterschiedlichen Reizen, wie die Patienten auf sie reagierten. Dazu zählten Wärme- und Kältereize sowie mechanische Reize mit Nadel, Pinsel oder Wattebausch. Die Teilnehmer mussten angeben, ab welcher Stärke sie die Reize als solche erkannten und ab wann sie diese als schmerzhaft empfanden. Für die Wahrnehmung sind so genannte TRP-Kanäle wichtig, die auf den Sinneszellen sitzen. Sie schleusen auf einen Reiz hin elektrisch geladene Teilchen in die Zelle. Dadurch erkennt die Sinneszelle den Reiz und leitet die Information ans Gehirn weiter.
Auf die Bauform kommt es an
Wie die TRP-Kanäle aufgebaut sind, legen die Gene fest. Die Wissenschaftler fanden drei genetische Varianten von TRP-Kanälen. Jede Variante entsprach einem bestimmten Schmerzempfinden. Dementsprechend ließen sich die Teilnehmer in drei Schmerzgruppen einteilen. Die Patienten der ersten Gruppe nahmen feine Berührungen besser wahr und empfanden Hitze und Nadelreize weniger schmerzhaft. Die zweite Gruppe hatte eine geringere Empfindlichkeit für Kältereize. Die dritte Gruppe deutete Hitzereize fälschlich als Kältereize.
Mit Chili gegen Schmerzen
Medikamenten, die sich speziell gegen diese Kanäle richten, sollen Menschen mit Nervenschmerzen besser helfen können. Ein erstes Medikament dieser Art ist bereits auf dem Markt. Es enthält Capsaicin – den Stoff, der der Chilischote ihre Schärfe gibt.
- Links:
- Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht.



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