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Redaktion apotheken.de » HNO, Atemwege und Lunge

Musiktherapie gegen Ohrenrauschen


Neuer Ansatz für die Behandlung von Tinnitus


Im Deutschen Zentrum für Musiktherapie (DZM) wird eine neue Behandlung von Tinnitus erforscht. Die Wissenschaftler dort konnten nachweisen, dass Musiktherapie nicht nur gegen den typischen ständigen Ton im Ohr hilft, sondern auch gegen anhaltendes Ohrenrauschen.

Pfeifen oder Rauschen


Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung leiden an den lästigen Ohrgeräuschen, genannt Tinnitus. In den Industrieländern sind Ohrgeräusche eine Volkskrankheit, jeden dritten Erwachsenen erwischt es früher oder später.

Mediziner unterscheiden die Symptome in zwei Kategorien: Ohrtöne wie Pfeifen, Klingeln oder Summen nennen sie einen tonalen Tinnitus. Ohrrauschen, Brummen, Surren oder Knistern wird als nicht-tonaler Tinnitus zusammengefasst.

Langanhaltender Behandlungserfolg


Dass Patienten mit tonalem Tinnitus eine Musiktherapie hilft, wissen die Forscher vom DZM schon länger. Sie haben bereits ein wirksames und erprobtes Therapiemodell dafür entwickelt. Bei rund 80 Prozent der Patienten werden dadurch die Geräusche gemildert oder verschwinden ganz.

Diesen musiktherapeutischen Ansatz verfolgen die Forscher jetzt auch gegen das Tinnitus-Rauschen. In einer ersten Pilotstudie erreichten 21 von 23 Patienten eine zuverlässige Besserung der Symptome. Die Behandlungsdauer dafür betrug nur fünf Tage. Trotzdem war der Behandlungserfolg auch nach sechs Monaten unverändert.

Das Rauschen in den Griff bekommen


Durch gezielte Übungen bekämpfen die Patienten dabei selbst den Lärm im Kopf. Sie beginnen mit Entspannungsmusik, in die das Tinnitusgeräusch einfließt. Dadurch wird es umgewertet und nicht mehr als nur negativ wahrgenommen. „Kernstück des musiktherapeutischen Behandlungskonzepts ist die Einbettung des Tinnitus in einen musikalisch steuerbaren Hörprozess. Die Patienten werden dadurch in die Lage versetzt, Kontrolle über ihren Tinnitus auszuüben und ihn bewusst zu regulieren“, heißt es in den Informationen des DZM. Insgesamt sind dazu zwölf Sitzungen notwendig – die in nur fünf Tagen absolviert werden können.


09.09.2009 | Von: Stefanie Grutsch