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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Kinderkrankheiten
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Neue ADHS-Behandlung


Neuer Kassenvertrag in Baden-Württemberg


16.000 Kinder und Jugendliche, die an ADHS leiden, sollen in Baden-Württemberg künftig eine bessere ärztliche Versorgung bekommen und auch von Psychologen betreut werden.

Stuttgart. Ein neuer Vertrag zwischen Ärzteverbänden und Krankenkassen verbessert die Behandlung von jungen Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, kurz ADHS. Die neuen Regelungen betreffen bislang nur rund 16.000 Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg, die bei der BKK versichert sind. Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Carl-Heinz Müller, einer der Initiatoren der Regelung, verspricht sich davon aber „eine Sogwirkung auf die anderen Krankenkassen, damit in der Zukunft noch mehr ADHS-Patienten bedarfsgerechte Lösungen erhalten“. Künftig werden Ärzte und Psychotherapeuten in regionalen ADHS-Teams zusammenarbeiten. Sie betreuen Patienten zwischen 4 und 17 Jahren, bei denen die Verdachtsdiagnose auf ADHS gestellt wurde. Diese wird durch umfassende Diagnostik und Differenzialdiagnostik überprüft. Jeder Betroffene hat einen festen Ansprechpartner und Koordinator, der die Therapieziele erstellt und sich um die Dokumentation kümmert. Zunächst ist ein Behandlungsversuch ohne den Einsatz von Medikamenten vorgesehen, außerdem wird der Behandlungsverlauf mindestens halbjährlich überprüft.

Was können Eltern tun bei ADHS?

Nicht nur die optimale ärztliche Behandlung ist wichtig, sondern auch der richtige Umgang in der Familie mit dem betroffenen Kind. Die Eltern sollten ihm nicht das Gefühl geben, „schlecht“ oder „böse“ zu sein, sondern zu ihm halten und es auch häufig loben. Wichtig sind ein geregelter Tagesablauf und eine ruhige Umgebung, besonders beim Lernen. Als Ausgleich dazu tut ADHS-Patienten viel Bewegung gut und natürlich wollen sie, wie alle Kinder, die Möglichkeit haben, viel und kreativ zu spielen.
In der Schule gilt: Die Lehrer müssen über die Krankheit informiert sein, damit sie die Auffälligkeiten des Kindes nicht als Unart, sondern als Zeichen der Erkrankung sehen. So gelingt es, die Erwartungen an das Kind anzupassen. Leistungsdruck schadet nur.


22.03.2009 | Von: Stefanie Grutsch