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Diagnosefinder
Neue Behandlung von Zystennieren
Transplantations-Medikament hilft auch gegen genetische Fehlbildung
Das Universitätsklinikum Freiburg hat eine neue Behandlung von Zystennieren erfolgreich getestet. Eine große Studie zeigte, dass der Wirkstoff Everolimus, der sonst bei Nierentransplantationen eingesetzt wird, das Wachstum von Nierenzysten verzögert. Die Freiburger Mediziner stellten ihre Ergebnisse jetzt auf einem internationalen Nieren-Kongress in München vor.
Wachstum gehemmt
Zystennieren sind eine angeborene Erkrankung, die im Laufe des Lebens die Nieren zu zerstören droht, denn sie sind mit Zysten - flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen - übersät. Mit der Zeit werden die Nieren dadurch so groß, dass sie komplett entfernt werden müssen. Dann sind die Patienten auf regelmäßige blutreinigende Dialyse angewiesen, um zu überleben.
Die Mediziner am Universitätsklinikum Freiburg haben nun entdeckt, dass der Wirkstoff Everolimus das Wachstum von Nierenzysten hemmt. Bei einzelnen Studienteilnehmern verbesserte sich durch die Behandlung auch die Nierenfunktion. Insgesamt waren an der Studie über 430 Patienten in drei Ländern beteiligt. Sie wurden zwei Jahre lang entweder mit Everolimus behandelt oder bekamen nur ein Placebo. In dieser Zeit vergrößerten sich die Nieren der Placebo-Gruppe deutlich mehr als diejenigen der behandelten Patienten.
Tabletten gegen Genkrankheit
Die positiven Ergebnisse der Studie legen laut den Wissenschaftlern nahe, dass es erstmals möglich ist, auch genetische Erkrankungen durch Tabletten zu beeinflussen. Bisher schien nur der Ersatz der Genfunktion möglich. „Das sind wirklich gute Nachrichten für die Patientinnen und Patienten, die an dieser Erkrankung leiden, vor allem, wenn sie sich noch in einem frühen Stadium befinden“, sagt Studienleiter Professor Gerd Walz. Er weist allerdings auch darauf hin, dass das Medikament erhebliche Nebenwirkungen hat. Ob für den einzelnen Patienten mit Zystennieren der Nutzen oder die Nebenwirkungen überwiegen, muss daher noch weiter erforscht werden. „Es ist noch zu früh, das Medikament bedenkenlos und außerhalb von weiteren Studien einzunehmen“, sagt er.




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