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Redaktion apotheken.de » Frauenkrankheiten

Neuer HPV-Test auf dem Markt


Test identifiziert Frauen mit Risiko für Gebärmutterhalskrebs


Bisher nutzen Ärzte den so genannten PAP-Abstrich, um Gebärmutterhalskrebs früh zu erkennen. Zusätzlich gibt der Nachweis einer Infektion mit dem humanen Papillom-Virus (HPV) Aufschluss über das Erkrankungsrisiko. Nun hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde einen neuen HPV-Test zur Früherkennung zugelassen. Das teilte der Hersteller Roche letzte Woche mit.

Den Hauptverursacher entlarven

Für den PAP-Abstrich entnehmen Ärzte Gewebe des Gebärmutterhalses. Dieses untersuchen Histologen auf Anzeichen von Krebs. Das Problem dabei: Der Test kann negativ ausfallen, obwohl eine Infektion mit HPV vorliegt. Damit besteht für Betroffene noch immer ein Risiko, an Gebärmutterhals zu erkranken. Untersuchen Ärzte Frauen zusätzlich auf HPV, können sie dieses Risiko minimieren. Nach Angaben von Experten haben Frauen mit einem negativen Abstrich und einem negativen HPV-Test ein Risiko von unter einem Prozent, innerhalb von fünf Jahren einen bösartigen Tumor zu entwickeln. Doch selbst, wenn solch ein HPV-Test positiv ausfällt, ist das noch kein klares Zeichen dafür, dass sich Krebs entwickeln wird. Daher muss der Test nach einem Jahr wiederholt werden.

Wie auch andere HPV-Tests weist der neue cobas HPV-Test auf genetischer Ebene die HPV-Typen 16 und 18 im Abstrich nach – diese Virustypen verursachen über 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Grundlage für die Zulassung bildete eine Studie mit 47.000 Frauen in den USA. Bei jeder zehnten Frau im Alter von über 30 Jahren wiesen die Forscher alle zwei oder einen der beiden HPV-Typen nach. Auch entdeckten sie bei allen Betroffenen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs – und das, obwohl der PAP-Abstrich keinen Hinweis darauf lieferte.

Welche Kosten entstehen?

Nach Angaben der Firma ist der Test ab sofort in den USA und allen Ländern, die CE-Kennzeichen vergeben, zugelassen – so auch in Deutschland. Wie teuer der Test ist, geht aus der Mitteilung der Firma nicht hervor. Dennoch ist anzunehmen, dass Frauen ihn selber bezahlen müssen. In Deutschland übernehmen die Krankenkassen die Kosten für den bisherigen HPV-Test zur Früherkennung nicht. Frauen müssen hierzulande dafür zwischen 30 und 80 Euro berappen.


28.04.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek