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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Neues bei Multipler Sklerose


Herpesviren wandern über die Nase ins Gehirn


Jeder trägt sie in sich: die Herpesviren. Viele Menschen merken nichts davon – bei manchen aber lösen sie schwere neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose aus. Bisher war Forschern unklar, wie die Viren in das Gehirn gelangen. Nun haben sie eine erste Antwort gefunden: über die Nase.

Multiple Sklerose: was dahinter steckt

Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns. Betroffene leiden unter Sehstörungen und Missempfindungen bis hin zu Lähmungserscheinungen. In der Folge fesselt die Erkrankung viele Patienten an den Rollstuhl. Teilweise bedingen erbliche Faktoren Multiple Sklerose, aber auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Seit ein paar Jahren wissen Experten zudem: humane Herpesviren vom Typ 6 (HHV 6) haben ebenfalls ihre Finger im Spiel.

Viren nisten sich in Nasenschleimhaut ein

Wie US-amerikanische Forscher der Universität Maryland entdeckten, nisten sich die Herpesviren in der Nase ein – und dringen von dort wahrscheinlich ins Gehirn vor. Diesem Phänomen kamen die Forscher auf die Spur, indem sie Gehirnzellen von Verstorbenen untersuchten. In einem bestimmten Bereich des Gehirns, dem Riechzentrum, fanden sie eine große Menge des Virus. Anschließend wiesen sie die Herpesviren auch in der Nasenschleimhaut von Gesunden und MS-Patienten nach: 41 Prozent der Proben enthielten das Virus.

Zusätzlich gelang es den Forschern im Laborversuch, die Viren in speziellen Zellen der Nasenhöhle zu vermehren. Diese Nervenzellen senden Signale von der Nase an das Gehirn. Denselben Weg zum Gehirn scheinen auch die Herpesviren zu nutzen. Warum aber eine Herpes-Infektion bei den meisten Menschen völlig unkompliziert verläuft und bei anderen schwere Erkrankungen auslöst, müssen weitere Studien zeigen.


18.08.2011 | Von: Andrea Bronberger