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Diagnosefinder
Neues Medikament bei Vorhofflimmern
Wirkstoff Dabigatran beugt Schlaganfällen effektiv vor
Vorhofflimmern birgt ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Ab Juli 2011 steht Patienten in Deutschland ein neues Mittel zur Verfügung, das dieser Gefahr wirksam vorbeugt: Dabigatran. Darauf verweisen Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) mit Bezug auf eine internationale Studie.
Ursache Blutgerinnsel
Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. In Deutschland sind etwa eine Million Menschen davon betroffen, vor allem ältere. Ihr Herz pumpt das Blut nur noch unzureichend vom linken Vorhof in die Herzkammer. In der Folge bilden sich vermehrt Blutgerinnsel im Vorhof, die sich lösen und über die Herzgefäße in das Gehirn gelangen können. Verstopfen Blutgerinnsel Gefäße zum Gehirn, kommt es zu Sauerstoffmangel und schließlich zum Schlaganfall.
Aktuelle Therapie hat Nachteile
Bisher eingesetzte gerinnungshemmende Mittel wie Warfarin und Phenprocoumon beugen dem zwar vor, sind aber umständlich anzuwenden. „Wegen der Gefahr lebensgefährlicher Blutungen, besonders im Gehirn, muss die Blutgerinnung regelmäßig kontrolliert und die Dosis ständig angepasst werden“, erklärt Joachim Röther, Neurologe und Vorsitzender der DSG. Zudem würden andere Medikamente und Nahrungsmittel die Wirkung beeinflussen. Laut Röther hat daher nur jeder zweite Patient mit Vorhofflimmern die Gerinnungshemmer tatsächlich erhalten.
Mehr Schutz durch Dabigatran
Der Wirkstoff Dabigatran birgt solche Nachteile nicht. „Eine Anpassung der Dosis und Laborkontrollen sind nicht notwendig“, erklärt Hans-Christoph Diener, Neurologe an der Uniklinik Essen und Autor der internationalen Studie. Er und seine Kollegen untersuchten, wie gut Dabigatran im Vergleich zu den bisherigen Medikamenten wirkt: „Die Schutzwirkung ist besser als bei Warfarin und das Risiko von Hirnblutungen geringer“, sagt Diener.
- Links:
- Die Studie zur Wirksamkeit von Dabigatran ist im Fachmagazin "The Lancet Neurology" online veröffentlicht.



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