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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Verstopfung: Neues Medikament in Sicht


Präparat Linaclotide regt Darmtätigkeit an


Wer unter Verstopfungen leidet, kämpft mit starken Schmerzen im Unterleib. Die Ursache: Der Darm ist derart träge, dass er sich nur selten entleert. In der Folge schwillt der Bauch an und verursacht unangenehme Unterleibsschmerzen. Ein neuartiges Medikament bekämpft diese Beschwerden effektiv.

Unterleibsschmerzen ade

Das Präparat, das den Darm wieder so richtig in Schwung bringt, heißt Linaclotide. Zwei Wissenschaftler der Universität Frankfurt am Main stellten diesen Wirkstoff kürzlich auf einer Fachmesse vor. In einer aktuellen Studie behandelten sie 337 Patienten, die an Verstopfungen oder einem Reizdarm litten. Zwölf Wochen lang erhielten die Studienteilnehmer einmal täglich eine Tablette Linaclotide. Die Dosis des Wirkstoffs variierte dabei zwischen 75 und 600 Mikrogramm. Alle Patienten vertrugen das Medikament gut – selbst in großen Mengen verursachte Linaclotide nur leichte Nebenwirkungen. Das Einzige, worüber knapp ein Viertel der Behandelten klagten, war Durchfall.

Beschwerden wie Unterleibsschmerzen nahmen bereits in der ersten Woche deutlich ab. Bei allen Betroffenen hielt dieser Effekt auch über die Behandlung hinaus an. Linaclotide wirkte demnach derart gut auf den Darm, dass er seine Arbeit wieder aufnahm und sich normal entleerte.

Wirkstoff macht Stuhl geschmeidig

Der Mechanismus, der dahinter steckt, ist einfach: Linaclotide führt dazu, dass der Darm mehr Chlorid-Ionen aus dem Blut aufnimmt. Dadurch erhöht sich die Salzkonzentration im Darminneren. In der Folge gelangt so auch mehr Wasser in den Darm – was den Stuhl wieder geschmeidiger und gleitfähiger macht. Wird der Stuhl dadurch sehr dünn, kann Durchfall die Folge sein. Dieser beeinträchtigt das Befinden der Patienten jedoch deutlich weniger als die Verstopfungsbeschwerden. Daher nutzt Betroffenen der Wirkstoff auch mehr, als dass er ihnen schadet.

In Apotheken ist Linaclotide bisher noch nicht erhältlich. Die Forscher rechnen jedoch noch Ende dieses Jahres mit einer Zulassung für den deutschen Markt.


04.04.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek