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Diagnosefinder
Nierenkrebs: Operieren oder nicht?
Ältere Patienten profitieren nicht von Nierenentfernung
Eine aktuelle Studie der amerikanischen Krebsgesellschaft zeigt, dass ältere Patienten mit Tumoren in der Niere nicht länger leben, wenn ihre ganze Niere entfernt wird. Die Krebsgesellschaft empfiehlt deshalb, in der Behandlung dieser Patienten neue Schwerpunkte zu setzen.
Operation verlängert das Leben nicht
Nierenkrebs ist in den letzten zehn Jahren häufiger geworden, gerade bei Menschen im Alter über 75 Jahren. Laut der amerikanischen Krebsgesellschaft sind sich die Ärzte bei diesen Patienten oft nicht sicher, wie sie behandeln sollen: die Tumoren nur beobachten, ohne Behandlung, einen Teil der Niere operativ entfernen oder die ganze Niere?
Diese Frage hat nun eine Studie der Cleveland Clinic geklärt. Studienleiter Steve Campbell und sein Team analysierten die Daten von 537 Patienten über 75 Jahren, bei denen Tumoren in der Niere gefunden wurden. 20 Prozent von ihnen beobachteten die Ärzte genau, 53 Prozent wurden so operiert, dass Teile der Niere erhalten blieben und bei 27 Prozent wurde die gesamte Niere entfernt. Nach vier Jahren waren insgesamt 28 Prozent der Patienten gestorben, allerdings nur wenige davon an ihrer Krebserkrankung. Außerdem zeigte sich, dass das Sterberisiko auch nicht in Zusammenhang damit stand, wie die Nierentumoren der Patienten behandelt worden waren. Doch die Patienten, denen eine Niere entfernt worden war, hatten häufiger Probleme mit der verbleibenden Niere und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Beobachtung als vernünftige Alternative
Angesichts dieser Ergebnisse empfiehlt die amerikanische Krebsgesellschaft, Patienten in diesem Alter so zu behandeln, dass ihre Niere erhalten bleibt. „Unsere Studie deutet darauf hin, dass die Patienten bis jetzt überbehandelt werden. Die Patienten aktiv zu beobachten ist eine vernünftige Therapiealternative, die zu selten genutzt wird“, schreibt Steve Campbell.



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