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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Vorsorge für Kinder

Obst für die Schulpause


Politischer Streit schadet den Schulkindern


Der Bundesrat hat das europäische Schulobst-Programm der EU für Deutschland vorerst blockiert. Wegen der strittigen Finanzierung wird nun der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat angerufen. Die EU verlangt, dass Deutschland 18,6 Millionen dazu zahlt. Die Länder sagen, das sei Bundessache - der Bund erklärt die Länder für zuständig. Und wenn sich der Vermittlungsausschuss nicht einigt, erhalten die Schulkinder kein Obst.

EU zahlt Deutschland 20 Millionen für Schulobst

Um die Landwirtschaft zu stärken und gleichzeitig Kindern kostenloses Obst und Gemüse in Schulen zur Verfügung zu stellen, gibt die Europäische Union Deutschland rund 20 Millionen Euro. Das Deutsche Rote Kreuz bedauert, dass dies Projekt in hierzulande umstritten ist.

"Die Streitigkeiten zwischen Bund und Ländern über die Zuständigkeit werden auf dem Rücken der Schwächsten in unserer Gesellschaft ausgetragen", sagt Donata Freifrau von Schenck vom Roten Kreuz. "Die EU gibt viel Geld, damit Schulkinder gesund ernährt werden. Und Deutschland ist nicht bereit, einen eigenen finanziellen Anteil beizutragen. Bund und Länder müssen eine Einigung zum Wohl der Kinder finden", fordert von Schenck. 

Manche Kinder bekommen weder Frühstück noch Pausenbrot

Nach einer Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erhält fast jedes zweite Kind aus sozial benachteiligten Familien kein Frühstück, viele Kinder gehen ohne Pausenbrot zur Schule und ernähren sich von Fastfood. Das mindert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und führt langfristig zu Gesundheitsschäden. 

Das Deutsche Rote Kreuz fordert die Länderregierungen auf, die Landesschulgesetze zu erweitern und einen Rechtsanspruch auf ein kostenloses Mittagessen zu verankern. Die kostenlose Verteilung von Obst an Schulen wäre ein erster Schritt zur besseren Ernährung der Kinder.


08.09.2009 | Von: Dorothee Steeb, Bild: iStockphoto