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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Operation: Laser statt Nadel


Laser verschweißt Wundnähte


Chirurgen versuchen, bei Operationen so wenig Haut und Gewebe wie möglich zu verletzen. Sie arbeiten deshalb häufig durch kleinste Schnitte im Inneren des Körpers – dabei ist gerade das Nähen von Wundrändern auf engstem Raum eine Herausforderung. Ein neuartiges Laserinstrument kann diesen Arbeitsschritt künftig erheblich vereinfachen.

Operation durch einen kleinen Hautschnitt

Vor allem beim Bauchraum operieren Ärzte häufig minimal-invasiv. Das bedeutet, sie setzen – anders als bei offenen Operationen – nur einen kleinen Schnitt an unauffälligen Körperstellen wie dem Bauchnabel. Über diese Hautöffnung führt der Chirurg die komplette Operation durch. Einblick in das Körperinnere hat er dank eines Endoskops, das Bilder aus dem Bauchraum digital auf einen Bildschirm überträgt.

Wundnaht: Lasern statt Verknoten

Eine Operation durch einen gerade mal zwei Zentimeter großen Hautschnitt durchzuführen, verlangt viel Fingerspitzengefühl. Das Vernähen der Wunde ist allerdings eine noch größere Herausforderung für den Chirurgen. Anders als beim Nähen von Textilien muss er den Faden nach jedem Einstich verknoten und bei jedem Knoten aufs Neue abschätzen, wie straff er den Faden ziehen darf. Denn ist die Naht zu locker, kann es zu Blutungen kommen. Sitzt der Faden aber zu straff, wird das Gewebe unter Umständen nicht ausreichend durchblutet oder stirbt sogar ab.

Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts in Aachen stellte nun ein Gerät vor, das dieses Verknoten überflüssig macht. Die Forscher entwickelten ein Nähinstrument mit integriertem Laser. Es vereinfacht die Arbeit des Chirurgen in zweierlei Hinsicht: Zum einen verbindet es die Fäden mit einer vorher definierten Fadenspannung, zum anderen entfällt durch das Verschweißen der Fadenenden das komplizierte Verknoten. Das verkürzt nicht nur die Operationsdauer, sondern beschleunigt auch die Heilung.

Industrielles Verfahren in der Medizin

Zwei Kunststoffteile per Laser miteinander zu verbinden, ist in der Industrie nichts Neues. Nun haben Spezialisten diese Methode auch für die Medizintechnik erprobt. Nach den ersten erfolgreichen Tests sollen Chirurgen den Laser-Naht-Verschweißer nun am Patienten erproben – zunächst nur bei Eingriffen im Bauchraum. Die Forscher sind aber davon überzeugt, dass sich die neue Technik auch für Schlüssellochoperationen am Herz anpassen lässt.


09.03.2011 | Von: Martina Schramm