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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Gesundheitspolitik

Organspender per Personalausweis


Deutsche wünschen sich geändertes Transplantationsgesetz


Nur 18 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis – obwohl sich 86 Prozent für die Organspende aussprechen. Diese Bereitschaft zum Spenden möchte die Mehrheit der Bürger künftig im Personalausweis festhalten lassen. Das ergab eine Umfrage anlässlich des morgigen Tags der Organspende.

Zu wenige Organspender in Deutschland

Trotz der hohen Spendenbereitschaft, mangelt es in Deutschland an Organspenden. Täglich sterben drei Menschen, denen ein gespendetes Organ das Leben gerettet hätte. Die Politiker diskutieren schon seit Herbst 2010, das Transplantationsgesetz zu ändern. Angeregt dazu hatte damals der SPD-Vorsitzende Franz-Walter Steinmeier, nachdem er seiner Frau eine Niere gespendet hatte.

Organspendeausweise abschaffen

Wie aber soll der Gesetzgeber die Modalitäten zur Organspende regeln? Die Techniker Krankenkasse befragte dazu 1.000 Erwachsene. 41 Prozent sprachen sich dafür aus, die Spendenbereitschaft entweder im Personalausweis, im Führerschein oder auf der Krankenversicherungskarte festzuhalten. 23 Prozent befürworteten die in vielen europäischen Ländern gültige Widerspruchslösung. Demnach wäre jeder Organspender, der sich zu Lebzeiten nicht dagegen ausgesprochen hat. Jeder Dritte hingegen wollte das aktuelle Gesetz beibehalten.

Im Zweifelsfall entscheiden die Angehörigen

Laut dem derzeitigen Transplantationsgesetz müssen Krankenkassen ihre Versicherten regelmäßig über die Organ- und Gewebespende informieren. Außerdem sollten sie jeden Bürger um eine schriftliche Erklärung zur Organspende bitten. Diese Erklärung muss jeder unterschreiben, der zur Organspende bereit ist. Als Beleg erhält er einen Organspendeausweis. Doch auch, wer seine Organe nicht spenden möchte, sollte dies schriftlich festhalten. Denn, was viele Menschen nicht wissen: Haben hirntote Patienten zu Lebzeiten nicht erklärt, was mit ihren Organen passieren soll, entscheiden später die Angehörigen darüber.


03.06.2011 | Von: Tina Neundorf