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Paracetamol verringert Impfwirkung


Fiebersenkende Mittel gefährden Impferfolg bei Schweinegrippe


Ab der nächsten Woche steht der Impfstoff gegen die Schweinegrippe zur Verfügung. Der von den Bundesländern bestellte Impfstoff enthält Verstärker-Wirkstoffe, die die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen erhöhen. Wer sich zur Impfung entschließt, sollte diesen Nebenwirkungen aber nicht mit Paracetamol vorbeugen. Es mildert zwar das besonders bei Kindern häufig vorkommende Fieber, könnte aber auch zu einer geringeren Schutzwirkung der Impfung führen. Darauf weisen Ergebnisse einer Studie an der Universität der tschechischen Streitkräfte in Hradec Kralove hin.

Paracetamol zur Vorsorge

Fiebersenkende Mittel schwächen die Immunantwort des Körpers, was zu einer geringeren Schutzwirkung der Impfung führen könnte. Denn der Zweck einer Impfung ist, dass das Immunsystem Antikörper gegen den jeweiligen Erreger bildet.
Die tschechische Studie prüfte nun den Einfluss der vorbeugend gegebenen Fiebersenker auf die Impfwirkung. Etwa 250 Kinder erhielten nach den altersüblichen Impfungen innerhalb der ersten 24 Stunden dreimal vorbeugend Paracetamol. Eine gleich große Kontrollgruppe bekam nach den Impfungen kein Paracetamol.

Die Ergebnisse bestätigten die fiebersenkende Wirkung von Paracetamol. 66 Prozent der Kinder, die kein Medikament erhalten hatten, bekamen nach der Impfung Fieber mit 38 Grad Celsius oder höher. Bei den Kindern, die Paracetamol genommen hatten, waren es nur 42 Prozent. Ähnliche Ergebnisse wurden auch nach den Auffrischungsimpfungen beobachtet.

Die Antikörperreaktion wird geschwächt

Zugleich entwickelten die mit Paracetamol behandelten Kinder aber auch deutlich weniger Antikörper, was auf einen verminderten Impferfolg hinweist. Der Effekt trat ein bei den Impfungen gegen Pneumokokken, Haemophilus influenzae Typ B, Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten. Die Experten schließen daraus, dass diese abschwächende Wirkung auch bei Impfungen gegen das Schweinegrippevirus eintritt.

Empfehlungen zur Impfung

Studienleiter Roman Prymula empfiehlt, Kindern vor einer Impfung keine fiebersenkenden Mittel zu geben. Besonders wenn sie vorbeugend eingesetzt werden, schwächen sie den Impferfolg. Wenn Fieber und entsprechende entzündliche Signale bereits aufgetaucht sind, ist der Effekt schwächer.

Gegen die Schweinegrippe reicht laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei Erwachsenen in der Regel die einmalige Impfung für einen etwa 80-prozentigen Schutz gegen das Virus aus. Kinder von sechs Monaten bis neun Jahren erhalten zwei halbe Erwachsenendosen im Mindestabstand von drei Wochen.


22.10.2009 | Von: Susanne Kemmer