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Pflege von Angehörigen belastet


Pflegende Familienangehörige leiden unter Burnout


Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind nach Angaben des statistischen Bundesamtes pflegebedürftig. Fast die Hälfte von ihnen wird ausschließlich von den eigenen Angehörigen zu Hause versorgt. Jeden zweiten Laienpfleger bringt diese Herausforderung an den Rand eines Burnouts, das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Mehr als die Hälfte der Pflegenden ist überlastet

Menschen mit typischem Burnout-Syndrom sind körperlich und emotional erschöpft und leiden unter einer anhaltenden Leistungs- und Antriebsschwäche. Darüber hinaus sind sie nicht mehr in der Lage, sich zu erholen. „Die Pflege ist eine anstrengende Arbeit, bei der viele Angehörige an ihre Grenzen geraten, sich selbst überfordern und ihre Gesundheit vernachlässigen“, sagt Marina Mücke von der TK.

In der Umfrage klagen 57 Prozent der Pflegenden über Muskelverspannungen und Rückenschmerzen und 48 Prozent haben das Gefühl, „ausgebrannt“ zu. Nervosität, Gereiztheit und Angstzustände treten bei rund einem Drittel der Befragten auf und ein Viertel gibt an, schlecht zu schlafen.

Pflegedienst kann Angehörige entlasten

„Wer einen Angehörigen pflegt, sollte von vornherein darauf achten, sich nicht zu übernehmen – ohne Pausen ist die Mammut-Aufgabe kaum zu bewältigen“, sagt Marina Mücke. Sie rät, sich feste Freiräume zu schaffen, um neue Kraft zu schöpfen. Häufig reiche schon ein regelmäßiger freier Nachmittag oder Abend. „Das ist nicht nur für den Pflegenden wichtig – indirekt helfen die Auszeiten auch dem betreuten Angehörigen. Wer sich gestresst und überlastet fühlt, ist unausgeglichen, unzufrieden und reagiert schnell aggressiv“, sagt die Pflegexpertin.

Können Verwandte, Freunde oder Nachbarn nicht einspringen, verhilft ein ambulanter Pflegedienst zu einer Verschnaufpause. Zu den bekanntesten zählen die Sozialstationen, die in der Regel von den Wohlfahrtsverbänden getragen werden. Aber auch einen privatgewerblichen Pflegedienst können Angehörige nutzen. Eine Ersatzpflege ist für bis zu 28 Tagen im Jahr möglich – die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten dafür bis zu 1.470 Euro.


10.06.2009 | Von: Stefan Holler