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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Verhütung und Sexualleben

Pille erhöht HPV-Risiko nicht


US-Studie widerlegt frühere Untersuchungen


Eine aktuelle US-amerikanische Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass hormonelle Verhütungsmittel offenbar nicht das Risiko für Infektionen mit Humanen Papillomviren erhöhen, die bekanntermaßen Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Das berichtet Dr. Klaus König, vom Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Er bezieht sich dabei auf eine Studie, die im Fachmagazin „American Journal of Obstetrics & Gynecology" vorgestellt wurde.

Zwei Studien neu ausgewertet

Frühere Untersuchungen zu dem Thema kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Für die aktuelle Analyse wurden die Datensätze zweier Studien ausgewertet, in denen sich Frauen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen unterzogen hatten. Dabei waren die Teilnehmerinnen mit Hilfe eines Abstrichs am Gebärmutterhals auf Infektionen mit  Humanen Papillomviren (HPV) untersucht worden. Außerdem überprüften die Forscher, ob eine Infektion mit den Viren bereits zu Zellveränderunge als Vorstufe von Krebs geführt hatte. In Fragebögen gaben die Frauen zudem Auskünfte zu den empfängnisverhütenden Maßnahmen, die sie im Laufe ihres Lebens angewendet hatten.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Anwenderinnen von Anti-Baby-Pillen, die eine Kombination aus einem Östrogen und einem Gestagen enthielten, kein höheres Risiko für HPV-Infektionen am Gebärmutterhals hatten. Gleichzeitig wurde für diese Frauen auch keine Risikoerhöhung für Zellveränderungen ermittelt. „Dies sind erfreuliche Ergebnisse, da die Präparate zu den gängigsten Verhütungsmethoden bei Frauen gehören", fügt Dr. König hinzu.

Ergebnisse für die Dreimonatsspritze stehen aus

Bei Studienteilnehmerinnen, die längerfristig mit der so genannten Drei-Monatsspritze verhüten, wurde allerdings eine größere Wahrscheinlichkeit für Infektionen mit HPV beobachtet. Diese Frauen hatten offenbar jedoch gleichzeitig kein größeres Risiko dafür, dass eine Infektion zu Zellveränderungen führt, da dies nicht vermehrt beobachtet wurde. „Diese Diskrepanz erklären die Studienautoren mit der Möglichkeit, dass unter der Anwendung von Depotspritzen Zell- und Gewebeveränderungen unter Umständen weniger gut zu erkennen sein könnten", erläutert Dr. König. „Noch besteht kein Grund zur Beunruhigung. Erst wenn sich diese Vermutung in weiteren Studien bestätigen sollte, müssten Anwenderinnen dieser hormonellen Verhütungsmethode möglicherweise strenger auf mögliche Veränderungen am Gebärmutterhals untersucht werden."


07.08.2009 | Von: Dorothee Steeb