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Diagnosefinder
Pille stiehlt Frauen die Lust
Hormonelle Verhütung kann Lust auf Sex stören
Frauen, die hormonell verhüten, könnten damit eine Wirkung erzielen, die sie sicher nicht beabsichtigen: Sie haben das höchste Risiko, dadurch ihre sexuelle Lust zu verlieren. Das zeigt eine Studie der Universität Heidelberg.
30 Prozent lustlos
In der Fachsprache heißt das Problem FSD – Female Sexual Dysfunction. Um es genauer zu erforschen, hat Lisa-Maria Wallwiener von der Uni Heidelberg 1.086 Medizinstudentinnen aus Deutschland befragt. Sie füllten Fragebögen zu ihrem Sexualleben aus. So gut wie alle waren in den letzten vier Wochen zuvor sexuell aktiv gewesen, für etwa ein Drittel war das jedoch nicht befriedigend. 87 Prozent der Frauen hatten dabei verhütet.
Die Fragebögen legen nahe, dass mehr als 30 Prozent der Befragten von einer sexuellen Funktionsstörung betroffen sind. Dazu zählen Unlust, Erregungsstörungen, Orgasmusstörungen und andere sexuelle Probleme. Ob die Frauen sich Kinder wünschten oder schon welche hatten, wie alt sie waren und ob sie in einer festen Beziehung lebten, hatte darauf keinen Einfluss.
Depot-Verhütung besonders ungünstig
Anders die Art der Verhütung. Das geringste Risiko für eine sexuelle Funktionsstörung hatten Frauen, die zwar verhüteten, aber nicht hormonell. Darauf folgten die Frauen, die gar nicht verhüteten und das mit Abstand größte Risiko verursachten offenbar hormonelle Verhütungsmittel, also Pille und Co. Die Spirale und andere Depot-Verhütungsmittel wirkten dabei besonders ungünstig. „Sexuelle Probleme wirken sich negativ auf die Lebensqualität und die emotionale Gesundheit aus“, sagt Wallwiener. Es sei daher wichtig, Frauen über die möglichen Folgen der hormonellen Verhütung aufzuklären.
- Links:
- Die Studienergebnisse erschienen im „Journal of Sexual Medicine“ (Englisch).



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