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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Plastikweichmacher schädigt Sperma


Nachweis: Bisphenol A beeinträchtigt die Fruchtbarkeit von Männern


Der hormonähnliche Weichmacher Bisphenol A steckt in Getränkedosen, Spielzeug und jeder Menge anderer Plastikartikel. In der Kritik ist er schon lange, vor allem was den Einsatz in Produkten für Kleinkinder betrifft. Jetzt steht fest: er beeinträchtigt auch die Spermienqualität erwachsener Männer.

Weniger Spermien, mehr DNA-Schäden

Fast drei Millionen Tonnen Bisphenol A werden jährlich hergestellt und gelangen hauptsächlich über Lebensmittelverpackungen in den menschlichen Körper. Was die Chemikalie dort bei erwachsenen Männern anrichtet, hat nun eine Studie des Mediziners John Meeker von der Universität Michigan gezeigt.

Sie untersuchten 190 Männer, die sich in einer Fruchtbarkeitsklinik hatten behandeln lassen. Jeder von ihnen gab Sperma- und Urinproben ab, die Meeker und sein Team analysierten. In fast 90 Prozent der Urinproben fanden die Wissenschaftler Bisphenol A. Je nachdem wie viel Bisphenol A im Urin eines Mannes war, war auch seine Spermienqualität besser oder schlechter. Männer mit hoher Konzentration hatten um 23 Prozent weniger Spermien in ihrem Sperma und um 10 Prozent mehr DNA-geschädigte Spermien.

Forschung nicht auf Kleinkinder konzentrieren

Um diese Ergebnisse zu bestätigen, sei aber noch weitere Forschungsarbeit mit mehr Studienteilnehmern notwendig, betont Meeker. Seine aktuelle Studie befindet sich derzeit schon im Ausbau. „Die Forschung sollte sich auf die Auswirkungen von Bisphenol A in allen Lebensphasen konzentrieren“, sagt Meeker. Derzeit gehe es vor allem um die Folgen für Säuglinge und Kleinkinder, sein Ergebnis lege jedoch nahe, dass Erwachsene genauso betroffen sind.


05.08.2010 | Von: Stefanie Grutsch