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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Notfälle und Erste Hilfe

Erkenntnisse zu plötzlichem Kindstod


Mögliche Ursache für den plötzlichen Kindstod entdeckt


Seit vielen Jahren forschen Mediziner nach der Ursache für den plötzlichen Kindstod, der gesunde Babys im Schlaf trifft. Eine US-amerikanische Forscherin ist der Lösung jetzt einen Schritt näher gekommen. Die betroffenen Babys weisen einen Mangel des Gehirn-Botenstoffs Serotonin auf, berichtet Hannah Kinney im amerikanischen Ärzteblatt JAMA.

In Deutschland jährlich 400 Kinder


Als plötzlichen Kindstod bezeichnen Mediziner das Phänomen, wenn ein Baby unter einem Jahr im Schlaf stirbt, ohne dass sich eine Ursache feststellen ließe: keine äußeren Einwirkungen, keine Krankheit, nichts. In Deutschland sterben jährlich rund 400 Babys auf diese Weise. Seit über 20 Jahren forscht Hannah Kinney von der Bostoner Kinderklinik nach einer Ursache dafür. Jetzt hat sie festgestellt, dass die Kinder weniger Serotonin im Gehirn haben. Der Botenstoff spielt eine Rolle bei Atmung, Blutdruck und Herzschlag während des Schlafs.

Alarmsignal bleibt aus


Die betroffenen Babys können durch den Serotoninmangel schlechter auf Sauerstoffschwankungen reagieren, ihre Atmung also nicht ausreichend regulieren. Seit langem ist bekannt, dass Babys häufig in der Bauchlage am plötzlichen Kindstod sterben. Das passt zu Kinneys Vermutung: Auf dem Bauch atmen sie immer wieder bereits verbrauchte Luft ein, die bald zu wenig Sauerstoff enthält. Das müsste im Gehirn einen Alarm auslösen, damit das Kind aufwacht und seinen Kopf dreht. Da aber Serotonin nötig ist, um so ein Alarm-Signal zu übertragen, passiert das bei den betroffenen Babys nicht.

Risikofaktoren ausschließen


Obwohl die Ursachen für einen solchen Serotoninmangel bei einigen Kindern noch nicht bekannt sind, können Eltern doch Schutzmaßnahmen treffen. Alle Kinder in der Studie starben nicht aufgrund des Mangels alleine, es kam immer noch ein Risikofaktor dazu: die Bauchlage etwa oder Rauchen in der Wohnung. Kinney empfiehlt Kinderbetten mit harten Matratzen und ohne Spielzeug, weiche Kissen oder mehreren Decken.


04.02.2010 | Von: Stefanie Grutsch