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Redaktion apotheken.de » Blut, Krebs und Infektionen

Pollenähnliche Allergene im Obst


Vorsicht Pollenallergiker: Kreuzreaktionen auf Obst und Gemüse


Baum- und Gräserpollen sind die größten Feinde der Pollenallergiker – aber nicht die einzigen: In bestimmten Obst- und Gemüsesorten stecken Inhaltsstoffe, die Pollen sehr ähnlich sind und bei Pollenallergikern Abwehrreaktionen auslösen.

Allergene nicht unterscheidbar


Das Immunsystem eines Pollenallergikers erkennt spezielle Eiweißstrukturen im Pollen – so genannte Allergene – als fremd, obwohl sie eigentlich harmlos sind und wehrt sie ab. Es kommt zu allergischen Reaktionen mit Juckreiz, gerötete Augen, Brennen im Hals oder allergischem Schnupfen.

Bestimmte Eiweiße in Obst und Gemüse ähneln den Pollenallergenen so stark, dass es zu einer Kreuzallergie kommt. Das heißt, das Immunsystem kann die Eiweiße im Obst nicht von denen im Pollen unterscheiden und reagiert, als würde es Pollen abwehren. So können Menschen, die an einer Birken-, Hasel- oder Erlenpollenallergie leiden, auf Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Kirschen oder Pflaumen allergisch reagieren. Gräserpollenallergiker hingegen sind eher empfindlich gegenüber Tomaten, Bohnen oder Erbsen.

Gekochtes Obst ist „gutes“ Obst


Hilfreich im Kampf gegen geschwollene Augen und quälenden Juckreiz ist, Obst und Gemüse zu kochen. „Einige der in frischen Obst- und Gemüsesorten enthaltenen Allergene verändern sich durch das Kochen so, dass sie keine Allergie mehr auslösen können“, sagt Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung (DLS). Auch Obst zu schälen hilft, die Allergie einzudämmen, denn die meisten Allergene lauern unter der Schale.

Betroffene, die etwa gegenüber Äpfeln empfindlich sind, können zu Apfelsorten greifen, die weniger allergisch wirken. So haben etwa Cox Orange oder Boskop ein viel geringeres Potenzial, eine Allergie auszulösen, als Golden Delicious oder Granny Smith.

Unempfindlich werden


In der Zeit, in der die Pollenbelastung groß ist, äußert sich auch die Kreuzallergie viel stärker. Für diejenigen, die besonders stark unter ihrer Allergie leiden, empfiehlt sich die einzige Behandlung, die die Ursachen der Allergie bekämpft: die Hyposensibilisierung – eine spezifische Immuntherapie. Dabei werden Allergiker schrittweise unempfindlich gemacht gegenüber dem Allergen, auf das sie reagieren. Schwere Beschwerden nehmen langfristig ab. Während der gesamten Therapie sollten Lebensmittel, die Kreuzreaktionen auslösen, gemieden werden.


16.04.2010 | Von: Anke Kopacek