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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Preisbewusste Apothekenkunden


Auch in der Apotheke achten Patienten auf den Preis


Viele Medikamente in der Apotheke sind nicht verschreibungspflichtig (OTC-Medikamente) – der Verbraucher entscheidet selbst, welches er haben möchte. Seit die Preise dieser Medikamente 2004 freigegeben wurden, sind sie für Patienten ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf. Dennoch fällt es ihnen oft schwer, zu Beurteilen ob ein bestimmtes Produkt günstig ist oder nicht. Insbesondere bei niedrigpreisigen Produkten sind die Preiskenntnisse der Verbraucher gering. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung von 450 Verbrauchern des Kölner Instituts für Handelsforschung (IfH).

Preis ist kein Qualitätsmerkmal


Zwei Drittel der Befragten geben an, sich bei verschiedenen Produktalternativen für das preisgünstigste Arzneimittel zu entscheiden. Diese Preissensibilität ist offenbar konstant. In einer vergleichbaren Befragung im Jahr 2004 antworteten mit 74 Prozent ebenfalls knapp zwei Drittel so.

Das Preisbewusstsein geht damit einher, dass sie nicht daran glauben, dass Teures automatisch gut ist. Nur ein Viertel der Befragten ist der Meinung, dass der Preis der Produkte ein Hinweis auf deren Qualität ist.

Arzneimittel sind günstiger als gedacht


Außerdem zeigte die Befragung, dass die Verbraucher fünf Jahre nach Freigabe der OTC-Preise zwar besser darüber Bescheid wissen, für viele Produkte fehlt aber noch immer eine klare Preisvorstellung. Dies gilt insbesondere für günstige Arzneimittel. So überschätzen Verbraucher die unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller für eine Packung Kopfschmerztabletten beispielsweise um mehr als 100 Prozent. Bestimmte Nasentropfen schätzen sie um 70 Prozent teurer ein, als sie tatsächlich sind. Sogar bei sehr bekannten Produkten wie Aspirin® weicht die Schätzung um über 20 Prozent von der Preisempfehlung ab.

Zwar verbessern sich die Kenntnisse der Verbraucher tendenziell mit steigendem Produktpreis, doch sind sie insgesamt schwach ausgeprägt. Zudem scheinen die Verbraucher bei Arzneimitteln einen gewissen Mindestpreis zu erwarten. So unterschreiten ihre Schätzungen die 5-Euro-Grenze bei den vom IfH getesteten Produkten im Durchschnitt nicht, obwohl deren tatsächliche Kosten zum Teil deutlich darunter liegen. Die Beratung des Apothekers hilft, sich für ein geeignetes und günstiges Produkt zu entscheiden.


03.11.2009 | Von: Stefanie Grutsch