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Redaktion apotheken.de » News des Tages

Probiotika statt Neurodermitis


So ersparen Mütter ihrem Kind den Juckreiz


Neurodermitis gilt immer noch als unheilbar. Doch jetzt konnten norwegische Mütter bereits während der Schwangerschaft verhindern, dass ihre Kinder später Juckreiz und Ekzeme plagen: mit Hilfe von probiotischen Bakterien.

Unheilbar trotz Blaulicht, Kamille und Nordsee

Wenn Babys an Milchschorf leiden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie im Alter von zwei bis drei Jahren eine Neurodermitis entwickeln. Vor allem an den Ellenbeugen und Kniekehlen, aber auch im Gesicht und am Hals wird die Haut rot, schuppt sich und juckt. Um den quälenden Juckreiz zu lindern, helfen Cremes aus der Apotheke, Blaulicht-Therapien oder Kamille-Umschläge. Wer mit seinem Kind regelmäßig an die Nordsee fährt, den Speiseplan umstellt und auf Kleidung aus tierischen Fasern verzichtet, lindert zwar ebenfalls die Symptome der Neurodermitis, die Erkrankung selbst bleibt aber unheilbar.

Bakterien-Milch für werdende Mütter

Norwegische Forscher untersuchten daher, wie Kinder erst gar nicht an Neurodermitis erkranken. Da probiotischen Bakterien oft eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird, fragten sich die Forscher, ob sie auch Neurodermitis vorbeugen. Als Studienteilnehmer wählten sie 415 werdende Mütter, um den Effekt von Probiotika, also Nahrung mit probiotischen Bakterien, auf deren Kinder zu untersuchen. Die eine Hälfte der Frauen nahm dafür ab der 36. Schwangerschaftswoche Milch mit einem Mix aus Bakterien zu sich. Auch während den ersten drei Monaten der Stillzeit tranken sie täglich ein Glas Bakterien-Milch. Die andere Hälfte bekam dagegen Milch zu trinken, die nur mit einem Placebo versetzt war.

Weniger Juckreiz beim Kind

Im Vergleich zur Placebo-Gruppe entwickelten Kinder, deren Mütter Bakterien-Milch getrunken hatten, im Alter von zwei Jahren viel seltener eine Neurodermitis. Wenn sie dennoch erkrankten, war das Beschwerdebild allerdings vergleichsweise harmlos.

Auf das Risiko, an Asthma zu erkranken, hatte die Bakterien-Milch dagegen keinen Einfluss. Die Kinder, deren Mütter die probiotische Milch bekamen, reagierten sogar etwas häufiger allergisch auf Umweltreize. Um den Effekt von probiotischer Milch besser zu verstehen, sind weitere Studien nötig. Die Forscher aus Norwegen planen, die Kinder der behandelten Mütter erneut zu untersuchen – im Alter von sechs Jahren.


30.07.2010 | Von: Julia Ehmer