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Redaktion apotheken.de » Blut, Krebs und Infektionen

Prostatakrebs-Test problematisch


Jeder achte Vorsorgetest fälschlicherweise positiv


Jeder achte PSA-Test, der auf Prostatakrebs hinweist, ist falsch. Die Männer werden also positiv getestet, obwohl sie gar nicht an Prostatakrebs erkrankt sind. Zu diesem Ergebnis kommen Mediziner um Prof. Fritz Schröder in einer umfassenden europäischen Studie zur Beurteilung des PSA-Tests zur Prostata-Vorsorge.

PSA nicht nur bei Krebs erhöht

Das prostataspezifische Antigen (PSA) wird ausschließlich von der Prostata gebildet und zur Früherkennung von Prostatakrebs eingesetzt. Die Erhöhung von PSA im Blut kann ein Hinweis auf Prostatakrebs sein, muss es aber nicht. Denn auch andere Prostata-Erkrankungen wie gutartige Vergrößerungen oder Entzündungen lassen den PSA-Wert ansteigen.

Das erschwert die Festlegung eines klaren Grenzwertes. Dieser wird von Medizinern bestimmt, um zu entscheiden, ob es sich um eine Krebserkrankung handelt oder nicht. Es ist also zu befürchten, dass ein positiv getesteter Mann unnötig weiteren Untersuchungen wie einer Biopsie oder Behandlungen wie einer Chemotherapie ausgesetzt wird, die stark in die Gesundheit eingreifen.  Außerdem besteht das Risiko, dass Patienten mit einem langsam wachsenden Tumor überbehandelt werden, obwohl keine bösartige Erkrankung zu erwarten gewesen wäre.

Verbesserung der Diagnostik nötig

Um den Patienten davor zu schützen, durch einen fehlerhaften PSA-Test eine Prostata-Krebsdiagnose zu erhalten, ist die Entwicklung verbesserter Nachweismethoden erforderlich. Wissenschaftler zweifeln am Nutzen des PSA-Tests als generelle Vorsorge, im Gegensatz zur Prostata-Tastuntersuchung. Mediziner empfehlen diese gesetzliche Vorsorge zur Früherkennung.

Sie raten Männern auch, den Hausarzt oder Urologen aufzusuchen, sobald sie Symptome einer Erkrankung bemerken. Das können Beschwerden wie Abschwächung des Harnstrahls, Blut im Urin oder Nierenschmerzen in Verbindung mit Fieber sein.


12.01.2010 | Von: Anke Kopacek