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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Prostatakrebstherapie: Nutzen bewertet


Vorteile von innerer Bestrahlung bleiben unklar


Viele Patienten mit Prostatakrebs im Frühstadium erhalten eine Brachytherapie. Das ist eine Bestrahlung, die von innen auf den Körper wirkt. Sie gilt als schonender und effektiver als etwa eine Bestrahlung von außen. Studien bestätigen diesen Nutzen bisher jedoch nicht.

Nicht besser und nicht schlechter

Bei der Brachytherapie spicken Ärzte die Prostata mit radioaktiven Partikeln. Das passiert über feine Nadeln, die in das Tumorgewebe vordringen. Die Partikel werden injiziert und verbleiben danach dauerhaft in der Prostata. Dort schießen sie ihr radioaktives Material in die Tumorzellen und vernichten diese. Das umliegende gesunde Gewebe ist von dieser Form der inneren Bestrahlung nicht betroffen. Darin soll auch der Vorteil der Brachytherapie gegenüber anderen Methoden liegen. Experten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen prüften bereits im Jahre 2007, ob dieser Nutzen tatsächlich besteht. Beweise dafür fanden sie damals nicht. Auch jetzt drei Jahre später bleibt die Datenlage unverändert. Trotz neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigt sich noch immer kein klarer Vorteil. Das heißt, Patienten mit Prostatakrebs, die eine Brachytherapie erhalten, bleiben nicht unbedingt länger krebsfrei oder sterben insgesamt später als solche, die alternativ behandelt werden.

Wie sich die innere Bestrahlung allerdings tatsächlich auf das Überleben der Patienten auswirkt, konnten die Experten nicht genau bestimmen. Dafür fehlen ihrer Meinung nach noch aussagekräftige Forschungsdaten. Solange also nicht klar ist, ob bei der Brachytherapie die Vorteile oder die Nachteile überwiegen, sprechen die Experten auch keine möglichen Empfehlungen aus.


12.01.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke KOpacek