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Psyche beeinflusst Asthmarisiko
Stress und Depression machen Kinder anfällig für Asthma
Zwei amerikanische Studien zu den Ursachen von Asthma bei Kindern zeigen, dass die Psyche eine große Rolle spielt: Forscher der Universität von Buffalo untersuchten den Einfluss von Stress und Depression auf die Entstehung von Asthma. An der Universität von Südkalifornien belegten Wissenschaftler, dass Kinder gestresster Eltern ebenfalls besonders gefährdet sind.
Depression beeinflusst die Atemwege
In Buffalo haben die Professoren für Psychiatrie und Kinderheilkunde, Bruce Miller und Beatrice Wood, 90 Kinder mit Asthma im Alter von 7 bis 17 Jahren untersucht. Die Hälfte davon litt unter Depressionen, die andere Hälfte nicht. Alle Kinder sahen angsteinflößende, traurige und schöne Szenen aus dem Film „E.T. der Außerirdische“, während die Forscher ihre Herz- und Atemtätigkeit maßen. So beobachteten sie die Reaktionen des vegetativen Nervensystems der Kinder – es steuert unbewusst die inneren Aktivitäten des Körpers wie Herzschlag, Atmung und Verdauung. Dies geschieht über die beiden gegenspielenden Teile Sympathikus und Parasympathikus.
„Die depressiven Kinder zeigten bei den emotionalen Szenen eine größere Aktivität des Parasympathikus und verringerte des Sympathikus – das führt dazu, dass die Bronchien sich verengen und hat deshalb eine schädliche Wirkung auf die Atemwege“, erklärt Prof. Miller. Er und seine Kollegin schließen daraus, dass Kinder mit Asthma auch immer auf Symptome einer Depression untersucht werden sollten. So bekommen sie wenn nötig auch eine psychologische Behandlung, nicht nur die medikamentöse Therapie gegen die Symptome des Asthma.
Stress der Eltern und Umwelteinflüsse spielen zusammen
Die Entdeckung der Forscher in Buffalo passt auch zu den Ergebnissen einer zweiten Studie, die ergab, dass Kinder gestresster Eltern besonders anfällig für Asthma sind. Wissenschaftler in Kalifornien haben knapp 2.500 Kinder, die keine Atemwegsprobleme hatten, über drei Jahre beobachtet. Sie prüften, welche der Kinder bis zum ersten Schuljahr eine Asthmaerkrankung entwickelten. Parallel dazu befragten sie deren Eltern, ob sie unter Stress litten. Es zeigte sich, dass Kinder von Eltern, die ihr Leben als „unvorhersehbar und unkontrollierbar“ einschätzten, ein deutlich höheres Risiko hatten, als Kinder von ausgeglichenen und zufriedenen Eltern. Das trifft allerdings nur zu, wenn diese Kinder auch gleichzeitig Umweltfaktoren wie großer Luftverschmutzung oder Passivrauchen ausgesetzt sind. Das Erstaunliche daran war, dass diese Umweltfaktoren eine viel geringere Rolle spielten, wenn die Kinder psychisch ausgeglichen waren und in einem harmonischen Elternhaus aufwuchsen.
„Asthma in der Kindheit ist eine komplexe Krankheit“, sagt der Studienleiter Rob McConnell. „Weitere Studien zum Zusammenspiel von Umweltfaktoren und Stress können uns helfen zu verstehen, warum diese Krankheit entsteht.“
Das wäre ein Schritt zur Verhütung von Asthma. Immerhin leiden fünf bis zehn Prozent aller Kinder darunter, womit es eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern überhaupt ist.
- Links:
- Die Studie der Universität von Buffalo wurde veröffentlicht in Juli-Ausgabe des Journal of Allergy and Clinical Immunology.
- Die Studie der Universität von Südkalifornien erschien vorab online in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).



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