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Rauchen in der Schwangerschaft


Negative Auswirkungen noch nach Jahren


Rauchen in der Schwangerschaft kann einer neuen Studie zufolge auch langfristige Folgen für das Kind haben. Forscher der Universität Bremen fanden Hinweise darauf, dass die betroffenen Kinder noch im Vorschulalter Defizite in ihrer Entwicklung haben.

Die Wissenschaftler untersuchten 100 Kindergartenkinder, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht hatten. Sie überprüften den Stand ihrer geistigen Entwicklung - also etwa ihr Erinnerungsvermögen, Lernfähigkeit und Kreativität. Verglichen wurden die Ergebnisse mit denen von 100 anderen Mädchen und Jungen, deren Mütter nicht geraucht hatten.

Auffällige Leistungsunterschiede

Besonders auffallend war der Leistungsunterschied bei der Psychomotorik, beim Sprechen, Rhythmusgefühl, beim Verständnis und Gedächtnis von Gehörtem. Die Kinder der Raucherinnen konnten in diesen Bereichen nicht mit ihren Altersgenossen mithalten, erklären die Forscher vom Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation.

Welche biochemischen Abläufe dafür verantwortlich sind, ist noch weitgehend unbekannt, sagt die Studienleiterin Julia Danielsson in der Fachzeitschrift "Geburtshilfe und Frauenheilkunde". Vom Nikotin ist bekannt, dass es direkt vom mütterlichen in den kindlichen Blutkreislauf übergeht. Im Gehirn reagiert es mit Botenstoffen und kann so die Gehirnentwicklung direkt beeinflussen. Außerdem verengt Nikotin die Blutgefäße, dem Kind drohen Sauerstoffmangel und Unterversorgung mit Nährstoffen. Das führt einerseits dazu, dass die Babys im Wachstum zurück bleiben können und kann indirekt auch die Gehirnentwicklung beeinträchtigen. Außerdem besteht ein größeres Risiko für Fehlgeburten und Frühgeburten.

Auch nach der Geburt ist Rauchen gefährlich

Etwa jede fünfte Frau, raucht in der Schwangerschaft. Dies ergab eine Studie der Universität Greifswald. Dass sie damit ihrem Kind über viele Jahre hinweg schadet, steht jetzt fest. Auch nach der Geburt sollten die Mütter nicht wieder mit dem Rauchen anfangen, da sich dadurch unter anderem das Risiko eines plötzlichen Kindstodes verdoppelt. Dies gilt natürlich nicht nur für die Mütter, sondern für alle im Umfeld des Kindes, also vor allem auch für die Väter. 


22.10.2009 | Von: Dorothee Steeb