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Rauchstopp vor Operationen


Mit Rauchverzicht Komplikationen vermeiden


Wer mindestens vier Wochen vor einer geplanten Operation mit einer Nikotinersatztherapie beginnt, kann sein Risiko für Wundheilungsstörungen halbieren. Darauf weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hin.

Rauchverzicht in stressiger Zeit nicht leicht aber sinnvoll

Viele Menschen sind vor einer Operation nervös. Wer raucht, kann sich in dieser Zeit schwer vorstellen, ausgerechnet jetzt damit aufzuhören. Doch genau das lohnt sich: Menschen, die rauchen, haben nach chirurgischen Eingriffen häufiger mit Komplikationen zu tun - vor allem in der Wundheilung.  "In Anbetracht einer nahen OP mit dem Rauchen aufzuhören, ist nicht einfach", sagt Professor Peter Sawicki vom IQWiG." Doch bei rauchenden Menschen sind Komplikationen nach einer Operation häufiger als bei Menschen, die nicht rauchen".

Sawicki und seine Kollegen haben jetzt aktuelle Forschungsergebnisse analysiert, die zeigen, dass eine Nikotinersatztherapie beim Rauchstopp helfen kann. Bei einer Nikotinersatztherapie wird dem Körper über Pflaster oder Kaugummi Nikotin zugeführt, um Entzugserscheinungen zu lindern, die bei einem Rauchstopp auftreten. In Studien hatten nur 14 Prozent der rauchenden Patientinnen und Patienten Wundheilungsstörungen, wenn sie mindestens vier Wochen vor der Operation eine Nikotinersatztherapie erhielten. Ohne Nikotinersatztherapie waren 28 Prozent betroffen.

Sauerstoffmangel lässt Wunden schlechter heilen


Es gibt mehrere Gründe, weshalb das Rauchen die Genesung nach einer Operation beeinträchtiget. Wenn man raucht, nimmt die Menge an Kohlenmonoxid und Nikotin im Blut zu. Dadurch verringert sich die Sauerstoffmenge, die den verschiedenen Körpergeweben zur Verfügung steht. Sauerstoff ist aber für die Wundheilung sehr wichtig. Außerdem belastet Nikotin das Herz, zum Teil weil es Blutdruck und Puls erhöht. Narkose und Operation strapazieren ohnehin den Kreislauf und erschweren die Sauerstoffversorgung – dieser Effekt ist bei Rauchern noch stärker. 

Das Rauchen kurz vor einer Operation noch aufzugeben, erhöht die im Körper verfügbare Sauerstoffmenge. Schon nach 24 Stunden ohne Zigaretten fangen das Nikotin und das beim Rauchen zusätzlich entstehende Kohlenmonoxid an, aus dem Blut zu verschwinden. Die Lungenfunktion beginnt sich etwa nach zwei rauchfreien Monaten zu verbessern.


11.09.2009 | Von: Dorothee Steeb