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Redaktion apotheken.de » Herz, Gefäße, Kreislauf

Rauchverbot senkt Herzinfarktrate


Anti-Tabakgesetze erweisen sich als wirksam


Seit Einführung des allgemeinen Rauchverbots in Island vor über zwei Jahren ist die Herzinfarktrate bei männlichen Nichtrauchern um 21 Prozent zurückgegangen. Diese Daten präsentierten isländische Forscher beim Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Barcelona.

Positive Wirkung

Studien aus Italien, Irland und Schottland haben bereits gezeigt, dass sich das Rauchverbot positiv auf die Bevölkerung, auch auf die Nichtraucher, auswirkt. Tabakrauch trägt nicht nur zu chronischen Gesundheitsproblemen bei, er kann genauso an akuten Problemen der Herzgefäße schuld sein: etwa an der Bildung von Blutgerinnseln, die die Herzgefäße verschließen und so einen Herzinfarkt verursachen.

Frauen im Nachteil

Die isländische Studie konzentrierte sich auf Nichtraucher und zeigt, wie sehr Rauchverbote im öffentlichen Räumen auch ihnen zugute kommen. Akute Herzprobleme aufgrund von Passivrauchen sind in Island heute seltener.

"Eine Reduktion von akuten Herzinfarkten um 21 Prozent entspricht einer Rate, die sonst nur mit hochwirksamen Herz-Kreislauf-Therapien erreicht werden kann", sagt Studienleiter Dr. Gudnason. Dieses Ergebnis trifft allerdings nur auf die männlichen Studienteilnehmer zu. "Warum es hier unseren Daten zufolge Unterschiede nach Geschlecht gibt, ist noch nicht geklärt und bedarf weiterer Untersuchungen", sagt Gudnason.

Allgemein weiß man, dass Männer bis zum 75. Lebensjahr dreimal häufiger als Frauen einen Herzinfarkt erleiden. Raucher haben das höchste Herzinfarktrisiko. Rechtzeitig behandelt hat der (erste) Herzinfarkt eine gute Prognose. Auch eine annähernd normale Lebensqualität kann oft wieder erreicht werden, wenn die Betroffenen ihren Lebensstil umstellen.

Rauchverbot ist wichtig

"Seit das Rauchen in immer mehr europäischen Ländern aus dem öffentlichen Leben verschwindet, liegen uns auch immer mehr Daten über die positiven Effekte solcher gesetzlicher Maßnahmen für die Herzgesundheit vor", sagt Prof. Dr. Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). "Es geht hier nicht nur um die Vermeidung chronischer Schäden, sondern auch akuter Erkrankungen, und zwar bei Nichtrauchern genauso wie bei Rauchern. Deshalb sind möglichst weitreichende Rauchverbote aus gesundheitspolitischer Sicht so wichtig, wenn das auch nicht von allen leicht eingesehen wird."


01.09.2009 | Von: Judith Kaiser