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Richtige Medikamente für Senioren
Arzneieinsatz bei Senioren erfordert größte Sorgfalt
Umso älter Menschen werden, umso mehr Medikamente brauchen sie. Das birgt die Gefahr von Wechselwirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen, vor allem, wenn niemand den Überblick behält. Das kann nur große Aufmerksamkeit auf Seiten der Ärzte und eine Stammapotheke verhindern, die ihre Patienten gut kennt. Über die Probleme und Risiken bei der Arzneimittelversorgung älterer Menschen diskutieren heute am 9. Juni Experten der Altersmedizin auf dem 3. Geriatrie-Symposium am Universitätsklinikum Jena.
Alternder Organismus reagiert anders
Durchschnittlich drei rezeptpflichtige Arzneimittel nimmt jeder über 60-Jährige. Jeder Dritte im Alter zwischen 75 und 85 Jahren erhält sogar mehr als acht Medikamente. Die Probleme, die diese so genannte Polymedikation schafft, werden auf dem Kongress besprochen. Von Polymedikation sprechen Ärzte und Apotheker, wenn Patienten fünf und mehr Medikamente einnehmen.
„Das ist besonders häufig bei älteren Patienten der Fall, bei denen mehrere, oft chronische, Erkrankungen zusammenkommen“, sagt Chefärztin Anja Kwetkat von der Uniklinik Jena. Die Einnahme mehrerer Medikamente erfordert ein spezielles Augenmerk darauf, dass diese tatsächlich helfen und nicht im Gegenteil Schaden zufügen. „Bei der Polymedikation älterer Patienten ist die Gefahr groß, dass unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen auftreten“, sagt Kwetkat. „Der alternde Organismus reagiert anders auf die Arzneimittel, unter anderem bedingt durch eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion. Das müssen wir bei der Verordnung unbedingt berücksichtigen“.
Wegen Nebenwirkungen ins Krankenhaus
Kwetkat warnt vor ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Verwirrtheitszustände und Stürze infolge einer unvorsichtigen Verschreibungspraxis. Studien aus Australien haben laut der Ärztin gezeigt, dass dort ein Drittel aller Krankenhausaufenthalte von Hochbetagten die Folge von unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind.
Die Nebenwirkungen werden dann oft mit neuen Mitteln behandelt, statt den bereits vorhandenen Medikamentencocktail zu überprüfen. Da hilft auch ein Apotheker, der den Patienten kennt und genau weiß, welche Medikamente er einnimmt. „Generell sollte in der Geriatrie gelten: Weniger ist mehr“, rät Kwetkat zur medikamentösen Behandlung alter Menschen.



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