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Rückenschmerztherapie oft veraltet
Bewegung ist das beste Mittel gegen Rückenschmerzen
Bei Rückenschmerzen hilft es, dem gewohnten Alltag nachzugehen und sich zu bewegen. Diese Empfehlung steht zwar auch in aktuellen Behandlungsleitlinien, sie wird in der Praxis aber selten beachtet. Das ergibt eine Studie, die von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzen e. V. (DGSS) veröffentlicht wurde.
Schonung und Bettruhe sind von gestern
Nationale und Internationale Behandlungsleitlinien empfehlen, die Patienten über die Harmlosigkeit der Rückenschmerzen aufzuklären. Außerdem sollten Ärzte den Patienten raten, sich zu bewegen und Bettruhe zu vermeiden. Bei Bedarf können Betroffene Schmerzmittel einnehmen.
Auch eine Studie der Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg zeigt, dass das Vermeiden körperlicher Aktivität die Symptome der Rückenschmerzen verschlechtern und der Chronifizierung Vorschub leistet.
Die Forscher des DGSS befragten 630 Rückenschmerzepatienten in orthopädischen Praxen: einmal vor der Behandlung und einmal nach der Behandlung.
Auf Dauer verbesserten sich die Beschwerden am häufigsten bei Patienten, die normal weiterlebten und zur Arbeit gingen. Bettruhe, Schonung und Krankengymnastik führten zu eindeutig schlechteren Resultaten. Die Ärzte befolgen diese Therapieempfehlungen aber nur selten: Oft verordnen sie passive Therapien wie Bettruhe, Spritzen oder Wärme- und Kälteanwendungen. Zudem werden Patienten mit Rückenschmerzen viel zu häufig krankgeschrieben.
Aufklärung und Fortbildung nötig
Gründe für den Widerspruch zwischen Verordnungspraxis und aktuellen Therapieempfehlungen, sehen die Autoren darin, dass die Ärzte immer noch alten Behandlungsempfehlungen nachhängen. Auch haben die Patienten subjektiv den Eindruck, dass Ruhe am besten gegen die Schmerzen hilft. Die Patienten möchten ernst genommen werden und haben eine bestimmte Erwartungshaltung. Das könnte dazu führen, dass Ärzte versuchen den Wünschen der Patienten zu entsprechen und so die aktuellen Therapieempfehlungen vernachlässigen. Außerdem hat die Untersuchung ergeben, dass der subjektive Eindruck – passive Therapie lindert die Schmerzen – sich nicht bestätigt hat: bei 66 Prozent der Patienten, deren Schmerzen zu Beginn noch nicht chronisch waren, verschlechterte sich die Situation. Bei 50 Prozent der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen änderte sich nichts an ihren Beschwerden. 13 Prozent gaben sogar an, dass sich die Situation verschlechtert hat. Nur knapp ein Drittel profitierte von der Behandlung.
Die Autoren der Studie empfehlen den Ärzten deshalb Fortbildungen und Aufklärung der Bevölkerung.
Tipps bei Rückenschmerzen:
- Gehen Sie möglichst zu Fuß oder benutzen Sie das Fahrrad. Ziehen Sie die Treppe dem Lift oder der Rolltreppe vor.
- Machen Sie Sport. Rückenschonende und die Rumpfmuskulatur trainierende Sportarten sind Schwimmen, Aquajogging, Radfahren, Nordic Walking, Skilanglauf. Achten Sie dabei auf eine gute Ausrüstung (Laufschuhe).
- Beginnen Sie ein Krafttraining im Fitnessstudio, wenn Ihnen diese Art Sport liegt. Unter kompetenter Betreuung lässt sich damit gezielt Muskulatur aufbauen, die den Rücken stärkt.
- Wenn Sie beruflich viel im Auto sitzen, leisten Sie sich einen guten Autositz und nutzen Sie die Pausen zum Umhergehen, zum Recken und Strecken.
- Wenn Sie im Büro tätig sind, erledigen Sie möglichst viel im Stehen oder Gehen. Insbesondere bei Stress sind solche Bewegungspausen wichtig, um eine Anspannung der Nacken- und Rückenmuskulatur zu verhindern. Ändern Sie beim Sitzen regelmäßig Ihre Position, abwechselnd leicht vorgeneigt, aufrecht und zurückgelehnt.



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