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Diagnosefinder
Sauerstoff gegen Clusterkopfschmerz
Studie bestätigt endlich Wirksamkeit
Die bislang besten Beweise für den Nutzen von inhaliertem reinem Sauerstoff gegen Clusterkopfschmerzen hat eine Studie mit 76 Erwachsenen erbracht, die vor kurzem in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde. Die Schmerzen konnten bei nahezu vier Fünftel der Patienten binnen 15 Minuten gelindert werden.
Lange bekannt, jetzt bewiesen
„Seit mehr als 40 Jahren wird in allen Lehrbüchern der Neurologie und Schmerztherapie die Inhalation von reinem Sauerstoff bei Clusterattacken empfohlen, auch zeigte die klinische Erfahrung eine gute Wirksamkeit“, sagt der Essener Kopfschmerz-Experte Professor Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. „Erstaunlich ist, wie lange es gedauert hat, bis eine wissenschaftlich sauber durchgeführte Studie die Wirksamkeit dieses Ansatzes bewiesen hat.“
Clusterkopfschmerzen sind zwar vergleichsweise selten, die Patienten erleben sie jedoch als extrem qualvoll. Ein erschreckend hoher Anteil jener Patienten, denen die Ärzte nicht helfen können, begeht Selbstmord. Typisch ist, dass die Attacken regelmäßig anfallsartig auftreten, immer auf derselben Seite des Kopfes hinter dem Auge, in der Schläfe oder der Stirn wüten und zwischen 15 Minuten und drei Stunden anhalten.
Keine Nebenwirkungen bekannt
Behandelt werden Clusterkopfschmerzen meist mit Migränemitteln aus der Gruppe der Triptane. Diese müssen gespritzt oder als Nasenspray angewendet werden, um eine möglichst schnelle Wirkung zu erzielen. Wegen ihrer Nebenwirkungen sind sie beispielsweise für Herzpatienten nicht ratsam.
Dagegen sei der große Vorteil der Sauerstofftherapie, dass sie offenbar keine Nebenwirkungen hat, leicht mit anderen Behandlungen zu kombinieren ist und mehrmals täglich angewandt werden kann, schreiben die Autoren der Studie.



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