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Diagnosefinder
Schizophrenie-Diagnose
Durch Kernspintomografie frühe Vorhersage möglich
Ein neues Diagnoseverfahren, entwickelt von einem internationalen Forscherteam, ermöglicht es, Schizophrenie deutlich früher als bisher zu erkennen. Mediziner hoffen, Betroffenen so schneller und effektiver helfen zu können.
Je früher die Behandlung einsetzt, desto besser
Nach Angaben des Klinikums der Universität München werden bei dem neuen Diagnose-Verfahren bestimmte Nervenmuster mit Hilfe der Kernspintomographie aufgenommen und vom Computer ausgewertet. Die Gehirnmuster von Menschen, die später mit hoher Wahrscheinlichkeit einmal an Schizophrenie erkranken, unterscheiden sich demnach von denen anderer Menschen. Bislang werden schizophrene Psychosen nach Auskunft der Universität erst drei bis fünf Jahre nach dem Einsetzen der ersten Symptome diagnostiziert. Dadurch gehe wertvolle Zeit verloren. Wenn die Behandlung früher und bereits im Vorstadium der Erkrankung beginnen würde, ließen sich der spätere Ausbruch des klinischen Vollbildes mit Wahnerlebnissen, Halluzinationen und Denkstörungen verhindern oder zumindest abmildern.
Das Hauptproblem ist der Kostendruck
Leider ist die späte Diagnose nicht das einzige Hindernis für eine effiziente Therapie der Schizophrenie. Der Kostendruck im Gesundheitswesen verhindert oftmals eine optimale Einstellung des Patienten auf die Medikamente und an ein umfassendes Therapiekonzept ist oft gar nicht zu denken. So kommt es immer wieder dazu, dass die Patienten viel zu wenig stabilisiert und ohne Nachbetreuung aus der Klinik entlassen werden. Das erhöht die Gefahr von Rückfällen und mit jedem Rückfall steigt die Gefahr, dauerhauft zu erkranken. Abgesehen von Medikamenten brauchen die Betroffenen und ihre Familien eine bessere außerstationäre Versorgung und damit eine tatsächliche Chance auf Genesung.
Die Möglichkeiten, die neue Medikamente und neue Therapiekonzepte bieten, lassen sich in der Regelversorgung durch niedergelassene Psychiater und Psychotherapeuten bislang nur schwer oder gar nicht umsetzen. „Im Rahmen der Regelversorgung ist eine optimale ambulante Versorgung von psychisch Kranken zurzeit aus budgetären Gründen kaum möglich“, erklärt Dr. Frank Bergmann, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN).
So lange sich das nicht ändert, werden die Patienten auch von den neuen, eigentlich erfreulichen Erkenntnissen der Wissenschaftler kaum profitieren können.



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