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Redaktion apotheken.de » Schmerz- und Schlafmedizin

Schlafstörungen nehmen zu


Stress, Schichtarbeit und Lärm rauben vielen den Schlaf


Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK hat die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung bisweilen Schlafprobleme. Bis zu vier Millionen Berufstätige schlafen sogar mehr als dreimal pro Woche schlecht und quälen sich fast täglich stark übermüdet durch ihren Arbeitstag. Die Erkrankungshäufigkeit aufgrund von Ein- und Durchschlafstörungen ist zwischen 2005 und 2009 um 61 Prozent gestiegen. 

Schlafstörungen sind keineswegs nur ein harmloses Lifestyle-Problem. Denn Menschen, die übermüdet arbeiten, leisten weniger und verursachen mehr Unfälle“, so DAK-Chef Herbert Rebscher. Außerdem können Schlafprobleme zu ernsten Erkrankungen wie Bluthochdruck, Depressionen und Rückenschmerzen führen. 

Schlafräuber Nummer 1: Job und Stress 

Für 40 Prozent der Befragten ist Stress der Schlafkiller Nummer 1. Danach folgen Schichtarbeit und Jobs nach 20 Uhr, Schmerzen sowie Lärm. „In unserer Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft mit Zeitdruck, Zwang zur Flexibilität und den Anforderungen der Familie kommen viele nachts nicht mehr zur Ruhe“, bilanziert Rebscher. „Wenn Beschäftigte länger darunter leiden, sollten sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen“. 

Verschreibungspflichtige Schlafmittel sind neben verhaltensmedizinischen Maßnahmen ein wichtiger Therapiebaustein. Sie werden jedoch häufig falsch und besonders bei älteren Patienten zu lange verordnet. Die Fachleute fordern, dass sich die Ärzte mehr fortbilden und leitliniengerecht behandeln, da die Mittel sonst abhängig machen können. 

Ab dem 45. Lebensjahr gibt es ein Drittel mehr Frauen mit Schlafstörungen als Männer. Frauen liegen öfter und länger nachts wach. Männer schlafen jedoch im Unterschied zu Frauen kürzer, oft weniger als sechs Stunden. Mit steigendem Alter nehmen Schlafprobleme für beide Geschlechter kontinuierlich zu. 

Schlafrhythmus durch Arbeitswelt aus dem Takt

Die Beschäftigten arbeiten zunehmend auch am Wochenende oder an Feiertagen. Der Wechsel von Tag-, Spät- und Nachtschicht bringt die „innere Uhr“ aus ihrem Rhythmus. Schichtarbeiter gaben doppelt so häufig an, am Arbeitsplatz den Drang zum Einschlafen zu verspüren. Arbeitnehmer, die über ihre Arbeitszeit selbst bestimmen können, leiden aber weniger unter Schlafstörungen.

„Die Realität von Schicht- und Wochenendarbeit werden wir nicht zurückdrehen. Umso mehr müssen die Beschäftigten die Arbeitszeiten selbst mit planen können und Präventionsangebote in Anspruch nehmen. Gesunder Schlaf ist der Schlüssel für Top-Leistungen am Arbeitsplatz“, sagt Rebscher.


12.02.2010 | Von: Dorothee Steeb