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Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern


Medikamentekombination verringert Schlaganfallrisiko


Patienten mit Vorhofflimmern haben ein hohes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Die Kombination zweier Wirkstoffe, senkt das Risiko und folgenschwere Schlaganfälle können verhindert werden. Bislang ist einer der beiden Wirkstoffe jedoch nicht für eine entsprechende Therapie zugelassen.

Vierfaches Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern

Eine Studie mit mehr als 7.500 Patienten ergab, dass die Kombination der beiden Wirkstoffe Clopidogrel und Acetylsalicylsäure (ASS) vorbeugend gegen Schlaganfälle und Herzinfarkte, die als Folge eines Vorhofflimmerns auftreten, wirkt.

Das Vorhofflimmern gehört vor allem bei älteren Menschen zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. Dabei kann die Herzmuskulatur nicht mehr richtig arbeiten und die gesamte Herzleistung sinkt. Das Blut im so genannten Vorhof des Herzens bewegt sich zu wenig, daher besteht die Gefahr, dass winzige Blutgerinnsel entstehen. Wenn sie aus dem Herzen ausgeschwemmt werden, können sie in Blutgefäßen im Körper hängen bleiben und sie verstopfen. Patienten mit Vorhofflimmern haben daher ein vierfach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Vorbeugen mit Gerinnungshemmern

Um lebensgefährliche Schlaganfälle und Herzinfarkte zu verhindern, müssen die Patienten ein Leben lang Gerinnungshemmer einnehmen. Normalerweise bekommen sie Marcumar® verordnet, wegen der vielen Wechselwirkungen und hoher Unverträglichkeit ist das Medikament aber nicht für alle Betroffenen geeignet. Martin Grond von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft erläutert das Studienergebnis in diesem Zusammenhang: „Für ausgewählte Patienten mit Vorhofflimmern, die diese Option nicht nutzen können, könnte die Kombination aus Clopidogrel und ASS eine Alternative darstellen um Schlaganfälle zu verhindern. Noch aber ist Clopidogrel für dieses Krankheitsbild nicht zugelassen“.

Zwar sind ASS und Clopidrogel als Gerinnungshemmer zugelassen, Clopidrogel aber nur für Patienten, die schon einen Schlaganfall hatten. Dies müsste sich ändern, damit gemäß der Studienergebnisse therapiert werden kann. Denn diese zeigen, dass vor allem die Kombination aus beiden Wirkstoffen Schlaganfällen vorbeugt.

Kombination wirkungsvoller als ASS alleine

In der Studie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie verglichen die Forscher die Wirkung von ASS alleine mit der Wirkung der Kombination aus ASS und Clopidogrel. Die Wirkstoffkombination verhinderte 28 Prozent mehr Schlaganfälle und 11 Prozent mehr Herzinfarkte, als die alleinige Gabe von ASS.

Der Nachteil ist, dass Patienten, die beide Mittel einnehmen, vermehrt an schweren Blutungen leiden, das ist allerdings auch bei der Therapie mit Marcumar® der Fall. Wird Clopidogrel auch vorbeugend für Patienten, die noch keinen Schlaganfall hatten, als Gerinnungshemmer zugelassen, gibt es also eine alternative Therapie zu Marcumar®.


04.05.2009 | Von: Sibylle Knauß