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Diagnosefinder
Schlechte Rückenschmerz-Behandlung
Rückenschmerz-Patienten werden nicht optimal versorgt
Rückenschmerzen sind in Deutschland ein häufiges Problem, doch die Versorgung der Patienten lässt zu Wünschen übrig. Die Studie „Versorgungsatlas Schmerz“ im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) hat die Situation untersucht. Sie kommt zu dem Schluss, dass die schlechte Versorgung nicht nur den Patienten schadet, sondern auch unnötig hohe Kosten verursacht.
Chronischer Verlauf teuer
Die an dem Projekt beteiligten Schmerzexperten weisen darauf hin, dass die Therapie von Rückenschmerzen vielfältiger werden müsse, denn Schmerz sei nicht gleich Schmerz. Nur wenn die Patienten möglichst früh die für sie geeignete Behandlung bekommen, lässt sich ein chronischer Verlauf verhindern, der für die Patienten besonders belastend und für das Gesundheitswesen besonders teuer ist.
Bewegung und Rehabilitation vernachlässigt
Zwar bekommt ein Großteil der Patienten Schmerzmedikamente, doch erhalten nur wenige darüber hinaus eine ambulante oder stationäre komplexe Schmerztherapie, eine entsprechende Psychotherapie oder Rehabilitation. Dabei ist seit längerem klar, dass gegen Rückenschmerzen dauerhaft nur Bewegung hilft, was in der Praxis jedoch häufig ignoriert wird (apotheken.de berichtete). Problematisch sei auch, dass viele Patienten ihre Schmerzen einfach selbst mit Medikamenten behandeln, statt zum Arzt zu gehen. 160 Millionen Packungen Schmerzmittel verbrauchen die Deutschen jährlich, 70 Prozent davon zur Selbstmedikation, auch gegen Rückenschmerzen.
Wenn das Problem auf diese Weise verschleppt wird, droht ein chronischer Verlauf – das heißt die Schmerzen bleiben. Wenn das der Fall ist, sind die Patienten teurer: sie müssen öfter zum Arzt, brauchen dauerhaft Medikamente und fallen immer wieder am Arbeitsplatz aus. Eine solche Chronifizierung zu verhindern sei zwar aufwendig, würde sich aber für Patienten und Krankenkassen lohnen, sagt der Schmerzexperte Raimund Casser.
Tipps gegen Rückenschmerzen:
- Möglichst zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren; die Treppe dem Lift oder der Rolltreppe vorziehen und so Bewegung im Alltag schaffen.
- Rückenschonende und die Rumpfmuskulatur trainierende Sportarten betreiben: Schwimmen, Aquajogging, Radfahren, Nordic Walking, Skilanglauf.
- Gezieltes Krafttraining im Fitnessstudio baut Muskulatur auf, die den Rücken stärkt.
- Im Büro möglichst viel im Stehen oder Gehen erledigen. Insbesondere bei Stress sind solche Bewegungspausen wichtig, um eine Anspannung der Nacken- und Rückenmuskulatur zu verhindern.
- Beim Sitzen regelmäßig die Position ändern, abwechselnd leicht vorgeneigt, aufrecht und zurückgelehnt.



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