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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Schwangerschaft

Schweinegrippe und Schwangerschaft


Risiken der Impfung während der Schwangerschaft


Eine Infektion mit der Schweinegrippe ist für Schwangere besonders gefährlich. Deshalb will die Bundesregierung bei Impfbeginn im Herbst Schwangere und andere Risikogruppen zuerst impfen lassen. Aber das Risiko für Nebenwirkungen ist bei dem neuen Impfstoff noch nicht umfassend erforscht.

Schwere Krankheitsverläufe bei Schwangeren


Der Impfstoff gegen Schweinegrippe wird in Deutschland derzeit nicht nur in großen Mengen produziert, sondern auch noch auf Wirkung und Verträglichkeit getestet (apotheken.de berichtete). Im Herbst sollen dann die ersten Deutschen geimpft werden – Risikogruppen wie Gesundheitspersonal und Schwangere. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) weist auf die erhöhte Gefahr hin, die eine Infektion für Schwangere bedeutet: „Werdende Mütter haben ein vierfach erhöhtes Risiko dafür, dass eine H1N1-Infektion schwer verläuft und lebensbedrohliche Lungenentzündungen und Atemprobleme auftreten. Infektionsrisiken sollten daher möglichst gering gehalten und bei ersten Erkrankungsanzeichen sollte ein Arzt aufgesucht werden“, sagt Dr. Michael Wojcinski vom BVF.

Er bezieht sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung vom amerikanischen Centre for Disease Control (CDC), die im Fachmagazin „Lancet“ veröffentlich wurde. In der Studie wurden 34 Schwangere untersucht, die nachweislich an einer H1N1-Infektion erkrankt waren. Ein Drittel der Frauen mussten wegen des schweren Verlaufs im Krankenhaus behandelt werden. Bei infizierten Nicht-Schwangeren lag die Rate der Klinikaufenthalte dagegen mit nur acht Prozent deutlich niedriger.

Deshalb rät auch Wojcinski Schwangeren zur Impfung: „Schwangere sollten sich als eine der ersten Gruppen gegen beide Influenza-Erkrankungen impfen lassen, um ihr Erkrankungsrisiko zu minimieren. Bei einer Impfung nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel sind von Grippe-Impfstoffen keine Risiken für Mutter und Kind zu erwarten“, sagt der Frauenarzt. Mit dieser Impfempfehlung schließt sich der BVF der Einschätzung des CDC an, das ebenfalls zu einer bevorzugten Impfung von Schwangeren aufgerufen hat. In den USA war es seit dem Ausbruch der Schweinegrippe zu mehreren tödlichen Erkrankungsverläufen bei Schwangeren gekommen.

Kinderärzte warnen vor Nebenwirkungen der Impfung


Allerdings sind nicht alle Experten der gleichen Meinung wie Wojcinski und der BVF. Dessen Kollegen vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnen vor der Impfung. Bei einer Massenimpfung dieses Ausmaßes sei mit einer vermehrten Anzahl bisher unbekannter Nebenwirkungen zu rechnen, die einen entsprechenden Behandlungsbedarf auslösen. In der Süddeutschen Zeitung sagt Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ, in Bezug auf die Impfung von Kindern: „Im Moment können wir Eltern nicht guten Gewissens empfehlen, ihre Kinder gegen H1N1 impfen zu lassen.

Was Schwangere betrifft, weist Hartmann darauf hin, dass es sich um eine Risikogruppe handelt, bei der angesichts der neu entwickelten und nicht an Risikopatienten getesteten Impfstoffe eine erhöhte ärztliche Sorgfaltspflicht geboten sei. Eine Impfung ohne ausführliche Beratung mit einem Arzt, der die Patientin kennt, ist deshalb nicht ratsam.


24.08.2009 | Von: Stefanie Grutsch