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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Spätfolgen von Neurodermitis


Frühe Neurodermitis hat psychische Folgen


Neurodermitis in der frühen Kindheit droht die psychische Verfassung im späteren Leben zu beeinflussen. Das zeigt eine umfassende Geburtenstudie des Helmholtz Zentrums München, an der Wissenschaftler von verschiedenen Forschungseinrichtungen beteiligt sind.

Neurodermitis in Krankengeschichte vermerken


Die Forscher unter Federführung von Jochen Schmitt vom Universitätsklinikum Dresden untersuchten fast 6.000 Kinder, die zwischen 1995 und 1998 geboren wurden. Sie fanden heraus, dass Kinder, die in ihren ersten beiden Lebensjahren an einer Neurodermitis litten im Alter von zehn Jahren häufiger psychisch auffällig waren und emotionale Probleme hatten. „Das deutet darauf hin, dass die Neurodermitis psychische Unausgeglichenheit bei Kindern fördert“, sagt Joachim Heinrich vom Helmholtz Zentrum. Kinder, die über das Säuglingsalter hinaus an Neurodermitis litten, sind davon laut Studie noch häufiger betroffen.

„Wir vermuten, dass sich vor allem die Folgebeschwerden wie Juckreiz und Schlafprobleme langfristig auf das Gefühlsleben der betroffenen Kinder auswirken“, sagt Heinrich. Er empfiehlt Ärzten deshalb, eine Neurodermitis bei Kindern als Hinweis auf mögliche spätere psychische Probleme zu vermerken, selbst wenn die Krankheit im Verlauf der Kindheit abklingt.

Hauterkrankung mit quälenden Folgeerscheinungen

Die Neurodermitis ist eine Hautkrankheit mit schuppigen, juckenden Ausschlägen. Sie ist die häufigste chronische Hautkrankheit bei Kindern und Jugendlichen. Kinder mit Neurodermitis neigen auch verstärkt zu Heuschnupfen und allergischem Asthma. Als Folgebeschwerden des quälenden Juckreizes treten auch Schlafstörungen auf.

Im Rahmen der Studie sammelten die Wissenschaftler Daten zur körperlichen Gesundheit und emotionalen Befindlichkeit der 6.000 Kinder. Sie befragten sie außerdem zur Familiengeschichte und ihrem Alltag. Ihre Krankengeschichte wurde mit besonderem Fokus auf Neurodermitis, Asthma, allergischen Schnupfen, psychische Belastbarkeit und Verhaltensauffälligkeiten erfasst.


12.02.2010 | Von: Stefanie Grutsch