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Sterberisiko durch Bauchfett erhöht


Auch bei Normalgewicht ist Bauchfett gefährlich


Übergewicht gilt als ungesund, doch das ist nicht ganz richtig: Wirklich gefährlich ist vor allem der Speck um die Taille, während Fettpolster an Hüften, Po und Beinen kaum schaden. Eine Studie der US-amerikanischen Krebsgesellschaft hat nun gezeigt, dass ein Übermaß an Bauchfett das Sterberisiko selbst von Normalgewichtigen erhöht.

„Apfeltyp“ ist ungesund

Während Frauen eher anfänglich für Hüftspeck gelten – die Art der Fettverteilung wird Birnentyp genannt –, haben Männer häufiger mit einem dicken Bauch zu kämpfen, auch als Apfeltyp bezeichnet. Dass dieser Apfeltyp für die Gesundheit weit schädlicher ist als die Fettverteilung beim Birnentyp ist seit längerem bekannt. Denn Bauchfett bedeutet auch, dass die inneren Organe von Fett umgeben sind. Dieses produziert schädliche Säuren, die die Organe belasten. Die aktuelle Studie von Eric J. Jacobs und seinem Team hat gezeigt, dass das nicht nur bei Übergewichtigen der Fall ist.

Gefahr nicht nur bei Übergewicht

Die Wissenschaftler untersuchten die Daten von über 100.000 Frauen und Männern mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren. Im Beobachtungszeitraum waren 14.600 von ihnen gestorben. Bei der Untersuchung ihrer Gesundheitsdaten zeigte sich, dass nicht das Übergewicht, das anhand des Body-Mass-Index (BMI) gemessen wird, mit dem Sterberisiko verknüpft war, sondern vor allem der Taillenumfang. Auch Menschen, die nach dem BMI normalgewichtig sind, hatten demnach ein erhöhtes Risiko, wenn sie zu viel Bauchfett hatten.

Kritische Grenze

Die kritische Grenze liegt laut Jacobs für Männer bei einem Bauchumfang von 120 Zentimetern und mehr, für Frauen bei 110 Zentimetern und mehr. Bei solchen Maßen war das Sterberisiko der Männer um das Zweifache erhöht, der Frauen sogar um den Faktor 2,4. Experten raten angesichts der Ergebnisse, allen, die um die Taille zunehmen, mehr Sport zu treiben und sich gesünder zu ernähren. Bei Frauen ist das vor allem in den Wechseljahren der Fall, da durch den niedrigeren Östrogenspiegel ihre Fettverteilung auch eher zum „männlichen“ Apfeltyp neigt.


10.08.2010 | Von: Stefanie Grutsch