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Stillen senkt Brustkrebsrisiko
Familiär vorbelastete Frauen profitieren am meisten
Brustkrebs gehört zu den Krebserkrankungen, die familiär gehäuft auftreten. Frauen aus solchen Familien können offenbar ihr Erkrankungsrisiko deutlich verringern, wenn sie Kinder bekommen und stillen.
„Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Mütter, deren Schwester oder Mutter an Brustkrebs erkrankt sind, durch Stillen ihr eigenes Krebsrisiko um über die Hälfte senken können", berichtet der Frauenarzt Dr. Klaus König. Er bezieht sich dabei auf eine US-amerikanische Studie, die im Fachjournal „Archives of Internal Medicine" veröffentlicht wurde. Hintergrund der Untersuchung war es, genauere Zusammenhänge zwischen Stillen und dem Auftreten von Brustkrebs vor den Wechseljahren zu ermitteln.
Risiko sinkt um 25 bis 59 Prozent
Für ihre Studie werteten die Wissenschaftler die Daten von über 60.000 Frauen aus, die in ihrem Leben mindestens ein Kind geboren hatten. Dabei handelte es sich um eine Gruppe von Müttern, die an der groß angelegten „Nurses' Health Study II" von 1997 bis 2005 teilgenommen hatten. Im Nachbeobachtungs-Zeitraum traten 608 Brustkrebserkrankungen bei den untersuchten Frauen auf. Es zeigte sich, dass Mütter, die gestillt hatten, gegenüber den anderen ein um 25 Prozent verringertes Erkrankungsrisiko hatten.
Noch stärker profitierten Frauen mit familiärer Vorbelastung vom Stillen: Sie verringerten ihr ansonsten erhöhtes Risiko für eine Erkrankung um 59 Prozent. Der positive Aspekt des Stillens war dabei jeweils unabhängig von der Dauer der Stillperiode und der Intensität des Stillens.
Zellen der Brustdrüse bilden sich erst durch Stillen vollständig aus
"Die aktuelle Untersuchung bestätigt einen risikosenkenden Effekt von Stillen auf Brustkrebs und zeigt darüber hinaus, dass dieser offenbar bei Erkrankungen, an deren Entstehung genetische Faktoren beteiligt sind, besonders ausgeprägt ist", sagt Dr. König. Eine mögliche Erklärung für die günstige Wirkung des Stillens sei, dass die Oberflächenzellen der Milchdrüsen bis zur Geburt eines ersten Kindes relativ unbestimmt vorliegen. Erst nach der ersten Entbindung bewirkt ein hormoneller Impuls, dass die Milchdrüsenzellen ihre Funktion der Milchproduktion aufnehmen. Die Milchbildung wird durch das Saugen des Kindes dann weiter stimuliert und aufrechterhalten. Bleibt diese Weiterentwicklung der Brustdrüsen-Zellen auf Grund von Kinderlosigkeit oder Nicht-Stillen aus, steigt das Risiko, dass diese Zellen in späterer Zeit außer Kontrolle geraten und bösartig entarten.



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