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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Verhütung und Sexualleben

Stress im Bett


Wenn das Liebesleben zur Belastung wird


Probleme mit der Sexualität kennt fast jeder, doch darüber zu reden fällt immer noch schwer. Obwohl es heute viel weniger Hemmungen gibt, in der Öffentlichkeit mit dem Thema Sex umzugehen, schweigen viele, wenn es um die eigene Sexualität geht, vor allem um Probleme damit. Darauf weist der Psychologe und Psychotherapeut Bernhard Strauß in einem Vortrag hin, erläutert die Ursachen, die zum Stress mit Sex führen können und gibt Ratschläge, die Mann und Frau davor bewahren sollen.

Leistungsdruck im Bett

Sexuelle Funktionsstörungen sind unabhängig von Geschlecht oder Alter und haben die unterschiedlichsten Ursachen. Die wichtigste sieht Strauß im Vergleich von vermeintlichen Standards mit der eigenen Person: „Durch die Medien werden Idealbilder aufgebaut. Wir vergleichen uns mit dem, was wir dort sehen. Das ist aber nicht die Realität.“ Diese Vergleiche führen zu einem enormen Leistungsdruck, von dem Junge wie Alte betroffen sind. „In der Jugend sind Menschen unzufrieden, weil sie im Vergleich mit vermeintlich Normalem ihre Maßstäbe zu hoch ansetzen, im Alter sind es Funktionseinschränkungen, die dazu führen, dass man dem Vergleich nicht mehr standhalten kann. In jedem Fall entsteht Stress“, sagt der Psychologe. Zu den Stressquellen im Bett, die der Wissenschaftler seit Jahren untersucht, zählt er auch Partnerschaften, besonders langjährige. Es sei nicht einfach, sich das sexuelle Interesse aneinander zu bewahren und es nicht den Herausforderungen und Konflikten des Alltags zu opfern.

Mit sich selbst versöhnen

Aber auch Krankheiten können das sexuelle Verlangen oder die sexuelle Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. „Falsche Vorstellungen und einen Mangel an Wissen über Sexualität gibt es nicht nur bei Patienten, sondern auch bei den helfenden Berufen in der Medizin“, stellt Strauß fest. Ein Beispiel für solche falschen Ansichten ist die verbreitete Annahme, kranke Menschen hätten keinen Sex. Es sei verständlich, dass viele Patienten deshalb sexuelle Probleme beim Arztbesuch niemals ansprechen würden.

Um Stress und Probleme im Bett zu reduzieren, rät der Psychologe Betroffenen, sich mit sich selbst zu versöhnen. Das bedeute auch, körperliche Veränderungen im Laufe der Zeit anzuerkennen und zu akzeptieren. Dann ist es auch leichter, die eigene Sexualität zu thematisieren. „Eine offene Kommunikation in den Partnerschaften ist ein wichtiger Schlüssel zu einem Sexualleben ohne Stress“, sagt Strauß.


25.06.2010 | Von: Stefanie Grutsch