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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Gesundheitspolitik

Stürze verhindern im Pflegeheim


Präventionsprogramm in Pflegeheimen schützt Senioren vor Stürzen


Ein Projekt in bayerischen Pflegeheimen erweist sich als erfolgreich: Es schützt Senioren durch aktives Training vor Stürzen und damit vor Knochenbrüchen. Die Ergebnisse des ersten Projektjahres 2007 liegen nun vor und zeigen, dass sich die Bemühungen lohnen. Hüftfrakturen waren in den teilnehmenden Pflegeheimen um ein Fünftel seltener als zuvor. Das sind 3.000 vermiedene Hüftfrakturen innerhalb von vier Jahren.

Mehr Training, besseres Licht

Das von der AOK Bayern initiierte Projekt hat 2007 jedes Jahr rund 250 neue Pflegeheime aufgenommen. Mittlerweile sind etwa zwei Drittel aller bayerischen Heime beteiligt und bemühen sich Stürze ihrer Bewohner zu verhindern. Denn sie sind der häufigste Grund für Hüftfrakturen (auch als Oberschenkelhalsbruch bezeichnet), die folgenschwersten Knochenbrüche bei alten Menschen.

Jeder Heimbewohner erhält im Rahmen der Maßnahme ein Kraft- und Balancetraining, das zweimal pro Woche stattfindet. Stärkere Muskeln und besseres Gleichgewicht vermindern das Sturzrisiko und erleichtern den alten Menschen das Aufstehen und Gehen. So werden sie auch wieder mobiler. Besonders sturzgefährdete Bewohner bekommen außerdem einen Hüftprotektor, bei dem Schutzschalen oder Polster im Falle eines Sturzes die Knochen schützen.

Kosten tragen sich selbst

Darüber hinaus werden auch die Möblierung und die Lichtverhältnisse in den Heimen angepasst und Haltegriffen installiert. Die Kosten, die diese Maßnahmen verursachen, bezahlen sich quasi selbst: Jede Hüftfraktur kostet im Durchschnitt 8.000 Euro – jede vermiedene Hüftfraktur ist also bares Geld wert und die Heimbewohner profitieren mit ihrer Gesundheit.


22.07.2010 | Von: Stefanie Grutsch