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Suchtgefahr bei Benzodiazepinen


Benzodiazepine richtig anwenden und wieder absetzen


Benzodiazepine sind Schlaf- und Beruhigungsmittel, die dämpfend, schlaffördernd, angstlösend, krampflösend und muskelentspannend wirken. Bei richtiger Anwendung für kurze Zeit gelten sie als gut verträgliche und wirksame Mittel, aber auf Dauer machen sie süchtig.

Nebenwirkungen einkalkulieren


Zu Beginn einer Behandlung ist Vorsicht geboten! Benzodiazepine schränken die Wahrnehmung ein und reduzieren das körperliche Koordinations- und Reaktionsvermögen. Wer Auto fährt oder Maschinen einsetzt, sollte dies immer beachten. Langfristig gewöhnt sich der Organismus an die Wirkung der Mittel. Abstumpfung, Gleichgültigkeit, herabgesetzte Merk- und Konzentrationsfähigkeit sowie körperliche Schwäche treten auf. Benzodiazepine machen auf diese Weise süchtig. Auch bei hartnäckigen Beschwerden sind sie deshalb nicht für einelangfristige Therapie geeignet.

In Anlehnung an die Empfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft gilt daher:

- Benzodiazepine sollten nur nach sorgfältiger Ermittlung der Vorgeschichte und klarer Diagnose verschrieben werden.

- Je nach Erkrankung sind Benzodiazepine für 2 bis 8 Wochen hilfreiche und sichere Medikamente.

- Die Therapiedauer wird vor der Behandlung festgelegt. Ob eine weitere Behandlung nötig ist, kann daran anschließend geprüft werden.

- Es sollte eine möglichst kleine, aber ausreichend wirksame Dosis genommen werden.

- Nach längerer Anwendung sollte das Medikament schrittweise unter ärztlicher Kontrolle abgesetzt werden, um Entzugssymptome zu vermeiden.

- Patienten, die einmal an einer Suchterkrankung gelitten haben, oder immer noch leiden, dürfen keine Benzodiazepine einnehmen.

- Das Mittel sollte nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden und darf wie alle rezeptpflichtigen Arzneien nicht an Dritte weitergegeben werden.


20.01.2009 | Von: Susanne Kemmer