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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen
Solarium: Suchtpotenzial und Hautkrebsgefahr.
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Süchtig nach Solarium


Sonnenbänke haben Suchtpotenzial


Es ist wie mit Zigaretten: Man weiß es ist ungesund und kann es trotzdem nicht lassen. Manche Menschen sind offenbar süchtig nach dem Solariumbesuch wie andere nach dem Rauchen. Das hat eine Studie von US-Forscher in der Zeitschrift „Archives of Dermatology“ jetzt bestätigt.

Sucht-Kriterien erfüllt

Catherine Mosher, Medizinerin an einem New Yorker Krebszentrum untersuchte 421 Studenten und ließ sie Fragebögen ausfüllen, die gewöhnlich zum Nachweis einer Alkoholabhängigkeit dienen. 230 der Befragten gehen regelmäßig ins Solarium, jeder zweite der Solariumnutzer legt sich häufig auf die Sonnenbank – im Durchschnitt waren es 23-mal pro Jahr. Auf rund ein Drittel aller Solariumnutzer trafen in der Studie mehrere Kriterien für eine Suchterkrankung zu. Außerdem zeigten sie typische Symptome wie Beklemmungen, Ängste und den Missbrauch weiterer Suchtmittel wie Alkohol.

Cathrine Mosher und ihr Team vom Memorial Sloan-Klettering Krebszentrum haben damit bestätigt, was kleinere Erhebungen bereits vor drei Jahren vermuten ließen. Damals wurden Entzugssymptome wie Übelkeit und Zittern festgestellt, wenn regelmäßige Sonnenbanknutzer länger nicht ins Solarium durften.

Psychotherapie statt Hautkrebs

„Obwohl mit hohem Aufwand über Gesundheitsrisiken von natürlichem und künstlichem UV-Licht aufgeklärt wird, gehen junge Leute immer öfter ins Solarium“, schreiben die Studienautoren. Die Gründe dafür seien nicht nur die Hautbräune sondern auch die erhoffte Entspannung und verbesserte Laune, was das Suchtpotenzial der Sonnenbänke erklären würde. Weil gerade junge Leute häufig ins Solarium gehen und die Hautkrebsgefahr nicht ernst nehmen, sind seit Juni 2009 Solarien für Jugendliche unter 18 Jahren verboten (apotheken.de berichtete).

„Falls sich bestätigt, dass Solarien häufig als Stimmungsaufheller benutzt werden, brauchen wir einen neuen Ansatz zur Vorbeugung von Hautkrebs“, schreibt Mosher. Sie schlägt vor, Betroffene auf Gefühlsstörungen zu untersuchen und bei Bedarf mit einer Psychotherapie zu behandeln. Die Medizinerin glaubt, dass Menschen, die sich allzu oft im Solarium bräunen, häufig therapeutische Hilfe brauchen.


20.04.2010 | Von: Stefanie Grutsch; Bild: Pixelio/Manwalk