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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Süße Impfung


Zucker verringert Schmerzen bei Impfung


Babys müssen einige Impfungen über sich ergehen lassen und protestieren gegen den Pieks oft mit heftigem Schreien. Wenn sie vor der Impfung ein Schlückchen Zuckerwasser bekommen, ist der Schmerz offenbar geringer und die Kleinen schreien auch weniger.

Babys schreien seltener und kürzer

Ein Löffelchen mit Zuckerwasser wirkt bei Impfungen von Babys schmerzstillend. Das zeigt eine Analyse der kanadischen Universität Toronto. Demnach gab es 14 klinische Studien zu der Frage, in denen mehr als 1.600 Babys geimpft wurden. 13 davon kamen zu dem Ergebnis, dass das Zuckerwasser den Schmerz tatsächlich lindert. Die Forscher empfehlen deshalb, allen Babys zwischen einem und zwölf Monaten Impfungen mit Süßem zu erleichtern.

Am besten eignet sich laut dem Leiter der Analyse Arne Ohlsson dazu eine Lösung mit 30 Prozent Zuckeranteil, wobei Glukose besser wirkte als Saccharose. Die Babys, die so einen Trosttropfen bekamen, schrien seltener und kürzer. Fast die Hälfte von ihnen schrie außerdem bei der nächsten Impfung gar nicht.

Einfach und wirksam

Arne Ohlsson hält es für sinnvoll, kleinen Kindern auch bei anderen schmerzhaften Behandlungen vorher etwas Zuckerwasser zu geben: „Unsere Ergebnisse sind wichtig für das Gesundheitspersonal, das täglich mit Kleinkindern arbeitet, aber auch für Erzieher. Eine Zuckerlösung kann jeder schnell herstellen und sie hilft schnell, den Schmerz eines Babys zu lindern“, sagt der Forscher. Auf Kinder, die älter als ein Jahr sind, hat die süße Medizin leider keinen so deutlichen Effekt.


17.05.2010 | Von: Stefanie Grutsch