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Redaktion apotheken.de » Zähne und Kiefer

Testbericht:


Fluoridtabletten schneiden gut ab


Karies ist eine Volkskrankheit und nichts kann sie stoppen außer konsequente Zahnhygiene und Vorsorge schon im Kleinkindalter. Sobald die ersten Zähnchen da sind, empfehlen Zahnärzte fluoridhaltige Zahnpaste, doch auch schon vorher lässt sich etwas gegen Karies tun: mit Fluoridtabletten. Öko Test hat die gängigsten unter die Lupe genommen und stellt fast allen ein sehr gutes Zeugnis aus.

Fluoride machen den Zahn widertandsfähig


Für Karies, zu Deutsch Zahnfäule, sind Bakterien verantwortlich, die meist schon im Babyalter übertragen werden – etwa wenn die Eltern den Brei ‚vorkosten’ oder der Beißring in der Krabbelgruppe die Runde macht. Die Bakterien ernähren sich von Zucker, setzen sich mit Vorliebe am Zahn fest und bilden so Zahnbelag. Als Abbauprodukt des Zuckers erzeugen sie Säure und diese macht die Zähne kaputt – Karies entsteht.

Fluoride sind in der Natur vorkommende Mineralsalze. Sie härten die Zähne und machen sie so widerstandsfähiger gegen Karies. Am besten wirken sie, wenn sie direkt mit dem Zahn in Kontakt kommen, also in der Zahnpaste. Bei Kleinkindern, bei denen noch gar keine oder zu wenige Zähnchen da sind zum Putzen, empfehlen sich Fluoridtabletten.

Fast alle Präparate „sehr gut“


Alle Fluoridtabletten, die Öko Test geprüft hat, schneiden mit sehr gut ab. Nur ein Produkt bekommt lediglich die Note gut. Die Fluoretten® 0,5mg von Sanofi-Aventis enthalten den Farbstoff E 104, der in Verdacht steht die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern zu beeinträchtigen. Deshalb wurden sie abgewertet. Anders die D-Fluoretten® und die Fluoretten® 0,25mg vom selben Anbieter, die beide bereits für Neugeborene geeignet sind. Auch die Fluor-Vigantoletten® von Merck bekommen das Prädikat sehr gut. Von ihnen gibt es sogar eine Variante, die Frühgeborenen gegeben werden kann.
Die Zymafluor® Lutschtabletten eignen sich für Kinder ab 3 Jahren, wenn keine fluoridhaltige Zahnpaste verwendet wird. Der Vorteil an Lutschtabletten ist, dass sie auch direkt auf die Zähne einwirken können.

Die Dosierung für die richtige Fluoridversorgung richtet sich nach Alter des Kindes und dem Fluoridgehalt des Trinkwassers. Auch zuviel Fluor ist nicht gut, denn es lagert sich dann als weiße Flecken in den Zähnen ab. Kinder bis drei Jahre bekommen 0,25 mg pro Tag. Wenn das Trinkwasser mehr als 0,3 mg pro Liter enthält oder das Kind Fläschchennahrung mit fluoridiertem Mineralwasser bekommt, sind keine Tabletten mehr nötig.
Kinder ab vier Jahren nehmen eine Tablette mit 0,5 mg Fluor am Tag. Beil 0,3 mg Fluor im Trinkwasser reichen die niedriger dosierten Tabletten, enthält das Trinkwasser über 0,7 mg, sind zusätzliche Tabletten nicht sinnvoll.

Tipps:

  • Der Fluoridgehalt des örtlichen Trinkwassers lässt sich beim Gesundheitsamt, den Wasserversorgern und beim Kinderarzt erfragen.
  • Wer im Haushalt fluoridiertes Speisesalz verwendet, braucht Kindern ab vier Jahren kein Fluor mehr zusätzlich zu geben.

14.09.2009 | Von: Stefanie Grutsch