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Diagnosefinder
Tests am Schweinegrippe-Impfstoff
Impfstoff muss Wirksamkeit und Verträglichkeit beweisen
Die Entwicklung des Impfstoffes gegen den Schweinegrippe-Erreger erreicht die nächste Stufe: Da Deutschland im Herbst 50 Millionen Impfdosen braucht, testen verschiedene Kliniken den noch nicht zugelassenen Impfstoff jetzt auf Wirksamkeit und Verträglichkeit.
Impfstoff löst keine Schweinegrippe aus
Freiwillige im Alter von 6 Monaten bis 99 Jahren werden für die Studie gesucht. Laut der Uniklinik Mainz sind die Teilnehmer nicht gefährdet, an der Schweinegrippe zu erkranken: Die Grippeerreger im Impfstoff sind abgeschwächt. Der Impfstoff kann die Grippe also nicht verursachen, aber eben – so das erhoffte Ergebnis der Studie – vor einer Infektion schützen. Die Tests sollen außerdem zeigen, ob der Impfstoff verträglich ist. „Die Testpersonen erhalten drei Dosen des Impfstoffes. Zwei davon nach Start der Studie im Abstand von drei Wochen, eine Auffrischung erfolgt nach zwölf Monaten. Während dieser Zeit werden die Testpersonen zu fünf Arztbesuchen gebeten und fünfmal per Telefon befragt“, sagt Dr. Frank von Sonnenburg von der Uniklinik München.
Geringer Unterschied zu zugelassenen Grippeimpfstoffen
Ein so genannter Musterimpfstoff mit dem Namen Pandemrix diente als Grundlage für die Entwicklung des neuen Impfstoffes gegen den Schweinegrippe-Erreger. Pandemrix wurde zu Zeiten der Vogelgrippe mit dem Ziel entwickelt, auch gegen die Pandemie des H1N1-Virus zu wirken. Damals kam es nicht so weit, doch bei der Schweinegrippe handelt es sich mittlerweile tatsächlich um eine Pandemie (apotheken.de berichtete). Jetzt waren nur geringe Anpassungen des Musterimpfstoffes an das Schweinegrippe-Virus nötig. Trotzdem müssen Wirksamkeit und Verträglichkeit des neuen Impfstoffes erst getestet werden. „Die Teilnehmer dieser Studien leisten einen wesentlichen Beitrag für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen den neuen Grippeerreger“, sagt Sonnenburg.
Hühner helfen bei Entwicklung des Impfstoffes
Die Zahl der am Schweinegrippe-Erreger erkrankten Menschen wächst ständig: Ende letzter Woche gab es innerhalb von 48 Stunden laut Robert-Koch-Institut 594 neue Krankheitsfälle in Deutschland. Damit stieg die Gesamtzahl am Freitag auf 9.213 Fälle. Im Herbst ist mit einer Welle von noch mehr Neuerkrankten zu rechnen – 50 Millionen Impfdosen sollen in Deutschland dann zum Einsatz kommen (apotheken.de berichtete).
Sobald bewiesen ist, dass der Impfstoff wirksam und sicher ist, können die Hersteller loslegen. Die riesigen Mengen an Impfstoff werden mit Hilfe von so genannten Saatviren, vermehrungsfähigen Grippeviren, hergestellt. Das geschieht entweder in Gewebekulturzellen oder aber in tausenden von gewöhnlichen Hühnereiern, die die Hennen zuvor einige Tage angebrütet haben. In den Eiern können sich Saatviren schnell in großen Mengen vermehren. Impfstoff wird dann ausreichend zur Verfügung stehen - unklar bleibt aber weiterhin, wer die Impfungen bezahlen soll. Die Kassen drohen immer noch mit Beitragserhöhungen.



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